Lehraann's Verbesserung des Mehls.
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Möge man nicht erschrecken vor der Anzahl der Opera-tionen! Es wird viel schlechte» Kaffee getrunken, der beigleichem Kostenaufwande vortrefflich sein könnte, wenn mansich mehr Mühe bei der Bereitung gäbe! Die Köchinnensollten von den Hausfrauen in diesem Punkte mehr überwachtwerden, wenn die Hausfrau den Kaffee nicht selbst bereiten will.
Lehmann's Verbesserung des Mehls aus ausge-wachsenem Getreide.
Ein wichtiges Problem ist durch Herrn Dr. JuliusLehmann, Chemiker an der landwirthschaftlichen Ver-suchtstation zu Weidlitz bei Bautzen, gelöst worden: dasVerbacken von Mehl aus ausgewachsenem Roggen zu Brot.
Es war Herr Dr. Lehmann von dem königl. sächsi-schen Ministerium des Innern mit weitern chemischen Unter-suchungen in Beziehung auf die wichtigsten Lebensmittelbeauftragt und ihm hierbei die obige Frage als besondereAufgabe gestellt worden. Die eingeleiteten Untersuchungenergaben, dass die durch das Keimen der Getreidekörner ent-stehenden Veränderungen in der Hauptsache in einem theil-weisen Löslichwerden des Klebers und dem dadurch herbei-geführten Verschwinden der Elasticität und Dehnbarkeit(der teigbildenden Eigenschaft) desselben, sodann aber ineiner Umwandlung des theilweise löslich gewordenen Stärke-mehls vermittelst der mit dem Kleber in geringer Quantitätgebildeten Diastase in Dextrin und Zucker sich kundgebe.Weitere Untersuchungen führten dahin, dass das Kochsalzdie Eigenschaft besitze, den in Lösung befindlichen Kleberwieder unlöslich zu machen und ihm seine teigbildendeEigenschaft wieder zu ertheilen.
Gestützt hierauf, wurden, nachdem der anhaltende Re-gen zur Zeit der Roggenernte zum Auswachsen grosser Men-gen von Korn geführt hatte, zuerst Versuche in der Bäcke-rei des Herrn Ochernal auf Techritz angestellt, und alssolche zu günstigen Resultaten geführt hatten, mit Geneh-
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