414 Kaffeebereitung.
nothwendig, um dem sehr schwach gerösteten Kaifee dasihm mangelnde flüchtige Arom zu geben."
In Deutschland werden die Javasorten am meistengeschätzt; Feinschmecker behaupten, dass durch den Zu-satz von Domingo, Cheribon oder Brasil zum Java-Kaffeeder Wohlgeschmack des letzteren erhöht werde.
Die Engländer sind bekanntlich Meister in der Berei-tung des Thee's, aber die Kaffeebereitung behaupten dieDeutschen besser zu verstehen. Kichtig ist, dass im Ver-hältniss sehr viel mehr Kaffee in Deutschland getrunkenwird als Thee. Die deutschen Gelehrten im Besonderen zie-hen den Kaffee dem Thee vor, was vielleicht mit ihren Ge-wohnheiten und den Wirkungen beider Getränke in Verbin-dung steht. Der Thee wirkt bekanntlich direct auf den Ma-gen ein, dessen Bewegungen zuweilen in dem Grade dadurchvermehrt werden, dass er, nüchtern genossen, einen Brech-reiz hervorbringt. Der Kaffee hingegen vermehrt die peri-staltischen Bewegungen abwärts, und so betrachtet denn derdeutsche Gelehrte bei seiner mehr sitzenden Lebensweisedes Morgens eine Tasse schwarzen Kaffee, unterstützt durcheine Cigarre, als ein schätzbares Mittel zur Beförderung ge-wisser organischer Vorgänge. Auch die russischen Damensind, wie man behaupten hört, aus gleichen Gründen Ver-ehrerinnen des Kaffee's und des Tabacks geworden.
Nach dem Vorhergehenden bietet die Bereitung einesKaffee's, welcher die eben erwähnten vortrefflichen Wirkun-gen im vollsten Grade besitzt, Interesse genug dar. Ichbin zu meinen Versuchen hierüber ursprünglich durch dieAbsicht veranlasst worden, einen Kaffee-Extract darzu-stellen, welcher für Reisende und Armeen auf dem Mar-sche dienlich sein könnte, und ich habe bei dieser Gelegen-heit zuerst den Einfluss der Luft oder des Sauerstoffs derLuft auf den Kaffee wahrgenommen, durch welchen seinoguten Eigenschaften sehr wesentlich verschlechtert werden;ich habe gefunden, dass ein wässeriger heisser Auszug dergerösteten Kaffeebohnen, welcher frisch für den Genuss sich