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Physiologie des Geschmacks oder Physiologische Anleitung zum Studium der Tafelgenüsse
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Kaffeebereitung.

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5. Ueber Kaffeebereitung.

loh hatte als Knabe französischen Unterricht bei einerFranzösin, die an einen Conditor in der Hofküche des Gross-herzogs in Darmstadt verheirathct war, und mit einemihrer Söhne, mit dem ich befreundet war (er ist später einhöchst tapferer und ausgezeichneter Officier geworden), kamich häufig in die Hofküche, die für mich nicht bloss eineQuelle von materiellen Genüssen war. Das Brodeln, Bratenund Sieden erregte mein höchstes Interesse, ich konnte ohneUnterbrechung der Vollendung eines Bratens am Spiessezusehen, von dem rohen Fleische an, bis das Stück ein brau-nes, duftendes Kleid durch das Feuer bekommen hatte; dasBestreuen des Kalbsbratens mit Salz, das Einwickeln derKapaune in Speckstreifen — nichts entging meiner kindi-schen Aufmerksamkeit. So ist mir denn von da an eineNeigung zum Kochen geblieben, und in meinen Mussestun-den beschäftige ich mich häufig noch mit den Mysteriender Küche, mit der Zubereitung der Speisen, welche dieMenschen gemessen, und was alles dabei vorgeht; es sinddies meistens Dinge, von denen die Chemie so gut wienichts weiss. Junge talentvolle Chemiker geben sich mitdergleichen Arbeiten nicht ab, da diese nicht geeignet sind,als Documente ihrer Geschicklichkeit oder ihres Scharfsinnszu dienen, oder Anspruch auf Anerkennung im Gebieteihrer Wissenschaft zu machen, und so müssen sich schondie Alten damit beschäftigen.

Ueber die beste Methode der Bereitung des GetränkesKaffee gehen die Meinungen der Liebhaber und der Köchin-nen sehr weit auseinander und die Schwierigkeiten müssendem nicht gering erscheinen, welcher weiss, dass die Erfin-dungsgabe der Spängier und anderer Künstler das bereitsvorhandene halbe Hundert von Kochgeschirren oder Kaffee-maschinen, wie man sie nennt, jährlich mit neuen Verbesse-rungen bereichert.