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Künstliche Milch.
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Milch und ein weiterer Zuckerzusatz ist unnöthig; sie be-sitzt die doppelte Concentration der Frauenmilch. Wenn siebis zum Sieden erhitzt worden ist, so behält sie ihre guteBeschaffenheit 24 Stunden lang; geschieht dies nicht, sowird sie sauer und gerinnt wie die Milch; wird der Zusatzvon Kali versäumt, so lässt sie in der Regel sich nicht zumKochen erhitzen, ohne zu gerinnen.
Die Bereitung der eben beschriebenen Suppe ist zu-nächst dadurch veranlasst worden, dass eines meiner Enkelvon seiner Mutter nicht ernährt werden konnte, und einzweites neben der Milch seiner Mutter noch einer concen-trirteren Speise bedurfte; sie hat sich in meiner und nochin anderen hiesigen Familien, wo sie eingeführt wurde, alsein vortreffliches Nahrungsmittel bewährt, und ich selbstgeniesse häufig die Suppe, aus 2 Thln. Malzmehl (ohne Wei-zenmehl) und 10 Thln. Milch bereitet, halb mit Thee ge-mischt, zum Frühstück; sie vertritt beim Kaffee die Stelleeines sehr guten Rahms (Sahne oder Obers).
Die Suppe hat einen schwachen Mehl- oder Malzge-schmack, an den sich die Kinder bald so gewöhnen, dass siediese Speise jeder anderen vorziehen. Ein hiesiger Arzt,Herr Dr. Vogel, welcher eine ausgedehnte Kinderpraxishat, versuchte diese Suppe in den Familien ärmerer Leuteeinzuführen; in der Regel hatte er bei diesen keinen Erfolg,weil der dicke Milchbrei beim Zusatz des Malzmehls seineConsistenz verlor und dünnflüssig wurde. Die Leute bildetensich ein, dass die Nahrhaftigkeit derselben mit der Dickedes Breies in Verbindung stehe und durch das Malz vermin-dert werde. J. Lieb ig.
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