■^■■■«■■I
Fleischextract.
397
Australien die Aufmerksamkeit sehr eindringlich auf dieFabrikation von Fleischextract gelenkt und war stets be-reit, Personen, die sich geneigt dazu zeigten, mit der Me-thode der Darstellung bekannt zu machen und mit meinemRathe zu unterstützen; meine Bemühungen sind fünfzehnJahre ohne Erfolg geblieben, bis endlich vor zwei Jahrensich eine sichere Aussicht darbot, meine Wünsche zu ver-wirklichen. Im Frühling 1862 empfing ich den Besuch desHerrn Giebert aus Hamburg, eines Ingenieurs, welcher,mit Strassen- und anderen Bauten beschäftigt, viele Jahrein Südamerika und unter andern auch in Uruguay zuge-bracht hatte, wo Hunderttausende von Ochsen und Schafenlediglich der Häute und des Fettes wegen geschlachtet wer-den; er erzählte mir, wie peinlich für ihn im Rückblick aufEuropa immer die Empfindung beim Wahrnehmen der Ver-geudung des Fleisches dieser Thiere gewesen wäre, von demnur der allerkleinste Theil zum Einsalzen verwendet unddas Uebrige meistens in die Flüsse geworfen wird, und dassstets der lebhafteste Wunsch in ihm thätig gewesen wäre,dieses Fleisch auf eine nützliche Weise zu verwerthen. Daseien ihm meine chemischen Briefe zu Gesicht gekommen,worin das Fleischextract beschrieben sei*); er sei darum
Cnltur des Weinstocks in diesem Welttheil erworben hat, schreibtmir Folgendes: „(Irrawang near Raymond Terrace, New SouthWales, 20. Oct. 1850.) Die hiesige Gegend ist ein sehr ausgedehn-tes und vorzügliches Weideland. Hornvieh und Schafe sind zahl-reich und wohlfeil. Tausende derselben werden jeden Monat ge-schlachtet und das Fleisch zur Gewinnung des Fettes ausgekocht;der nahrhafte Theil des Fleisches wird als nutzlos hinweggeworfen;das allerbeste Ochsenfleisch kostet nicht über einen halben Penny(lV a kr.) das Pfund."
*) Es bedarf wohl keiner besonderen Hervorhebung, dass diePersonen, welche sich geneigt finden, Fleischextract für den Han-del zu bereiten, ihren Zweck völlig verfehlen werden, wenn sie dieFehler ihrer Vorgänger nicht mit aller Sorgfalt und Gewissenhaftigkeitzu vermeiden suchen. Ein halbstündiges Kochen des feingehacktenFleisches mit der 8- bis lOfachen Wassermenge reicht hin, um allewirksamen Bestandtheile desselben aufzulösen. Die Brühe mussvor dem Abdampfen von allem Fett (welches ranzig werden