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Physiologie des Geschmacks oder Physiologische Anleitung zum Studium der Tafelgenüsse
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390 Elegie.

Süsse Vestalinnen, mit so viel Ehren überhäuft und mitso schauderhaften Martern bedroht, wenn Ihr wenigstensjene liebenswürdigen Zuckersäfte hättet kosten können,welche die Seele erquicken, jene eingemachten Früchte,welche den Jahreszeiten widerstehen, jene duftigen Cremen,■ die Wunder unserer Tage.Ich beklage Euch!

Römische Bankiers, die Ihr die ganze "Welt aussogt;Eure so berühmten Speisesäle sahen niemals weder jenesaftigen Geleen, den Hochgenuss der Müssigen, noch jeneverschiedenen Eissorten, deren Kälte den Tropen trotzt.Ich beklage Euch!

Unbesiegbare, von den Minnesängern gefeierte Paladine,wenn Ihr Riesen gespalten, Damen befreit und Heere ver-nichtet hattet, so bot Euch niemals eine schwarzäugigeGefangene ein Glas schäumenden Champagners, Malvoisirsaus Madeira, oder Likörs, jene Erfindung des grossen Zeit-alters. Ihr wäret auf Bier oder sauern Kräuterwein be-schränkt.

Ich beklage Euch!

Aebte mit Mütze und Stab, Verleiher der Gunstbezeu-gungen des Himmels, und Ihr, schreckliche Tempelritter, dieIhr Eure Arme zur Vernichtung der Sarazenen waffnetet;Ihr kanntet weder die Süssigkeit der Chocolade, die kräftigt,noch den Duft der arabischen Bohne, die denken macht.Ich beklage Euch!

Prächtige Burgfrauen, die Ihr während der Abwesenheitder Kreuzritter Eure Burgpfaffen und Pagen zum höchstenRange erhobt, Ihr konntet mit Ihnen weder ein reizendesBisquit, noch eine süsse Macarone theilen.Ich beklage Euch!

Und Ihr endlich, Feinschmecker von 1825, die Ihr imSchosse des Ueberflusses schon Sättigung findet undneuen Zubereitungen nachsinnet, Ihr werdet die Entdeckun-