Druckschrift 
Physiologie des Geschmacks oder Physiologische Anleitung zum Studium der Tafelgenüsse
Entstehung
Seite
389
Einzelbild herunterladen
 

m—MiMHHl

Elegie. 3S9

nach der Taxe ist sehr schön. Das Luxusbrot kann nichtweisser, schmackhafter und leichter sein.

Die Fremden sowohl, wie die Bewohner der Provinz fin-den bei Herrn Limet immer das Brot, woran sie gewöhntsind, und die Kunden kommen selbst in eigener Person, undmüssen häufig sogar warten, bevor sie bedient werdenkönnen.

Dieser Erfolg kann Niemand verwundern, der weiss, dassHerr Limet nicht in den Geleisen der Routine bleibt, dasser eifrig arbeitet, um neue Hülfsquellen zu erfinden, unddass er von Gelehrten ersten Ranges geleitet wird.

XXVII.Die Entbehrungen.

Historische Elegie.

Urahnen des Menschengeschlechtes, deren Lüsternheithistorisch geworden ist, die Ihr Euch für einen Apfel insVerderben stürztet, was würdet Ihr nicht für einen Trut-hahn mit Trüffeln gethan haben! Aber im irdischen Para-diese gab es weder Köche noch Zuckerbäcker.Ich beklage Euch!

Mächtige Könige, die Ihr das prächtige Troja zerstörtet,die späteste Zeit wird von Eurer Tapferkeit singen, aberEuer Tisch war hundeschlecht; beschränkt auf den Rinds-schlegel und «den Schweineziemer, kanntet Ihr weder denReiz einer Matelotte, noch den Genuss einer Hühnerfricassee.Ich beklage Euch!

Aspasia, Chloe und Ihr Alle, deren Schönheit der Meis-sel der Griechen zur Verzweiflung der heutigen Schönenverherrlichte, Euer reizendes Mündchen schlürfte niemalsdie Süssigkeit einer Meringue mit Vanille oder Rospn.Lebkuchen war Euer Höchstes.Ich beklage Euch!