Recognoscirung. 373
fallen, diesen Herren zu sagen, dass ein Mann von guterGesellschaft sie um die Gunst bittet, mit ihnen speisen zudürfen. Ich will meinen Kostentheil tragen und werde denHerren ausserordentlich dankbar sein." Ich sagte es, derWii'th ging fort und kam nicht wieder.
Aber bald darauf kam ein fettes, frisches, rothbacldges,dickes, lustiges Männehen herein, das in der Küche herum-strich, sich an den Töpfen etwas zu schaffen machte, denDeckel einer Pfanne aufhob und dann wieder verschwand.
„Gut, sagte ich zu mir selbst," das ist der Bruder Zieg-ler, der eine Recognoscirung angestellt hat" und ich be-gann zu hoffen, denn die Erfahrung hat mich schon be-lehrt, dass mein Aeusseres nicht gerade zurückstos-send ist.
Nichtsdestoweniger schlug mir das Herz wie einem Can-didaten gegen das Ende der Stimmenzählung, als der Wirthwiederkam, und mir anzeigte, die Herren fühlten sich durchmeinen Antrag sehr geschmeichelt, und erwarteten nur mich,um sich zu Tische zu setzen.
Ich war im Sprunge oben, wurde äusserst liebenswür-dig empfangen und hatte nach einigen Minuten schon Wur-zel gefasst......
Welch treffliches Essen! Ich zähle die Einzelheiten nichtauf, aber ein Hühnerfricassee von ausgezeichneter Herstel-lung, wie man es nur in der Provinz haben kann, und soausgiebig betrüffelt, dass der alte Tithon dadurch neueKräfte hätte sammeln können, bedarf einer besondern ehren-vollen Erwähnung.
Man kennt schon die Braten. Ihr Geschmack entsprachihrem Aeusseren. Sie waren vollkommen gar, und die Schwie-rigkeit, welche ich gehabt hatte, mich ihnen zu nähern , er-höhte noch ihren Genuss.
Das Dessert bestand aus einer Vanillecreme, ausgesuch-tem Käse und trefflichen Früchten. Wir tranken dazu einenleichten granatrothen Wein, später Eremitage, noch späterStrohwein, ebenso süss als feurig. Das Ganze wurde mit