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Physiologie des Geschmacks oder Physiologische Anleitung zum Studium der Tafelgenüsse
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Eier mit Bratensauce.

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II.

Eier mit Bratensauce.

Ich begleitete einmal zwei Damen nach Melun.

"Wir waren nicht sehr früh aufgebrochen und kamennach Montgeron mit einem Appetit, der Alles zu vernichtendrohte.

Leere Drohungen. Die Wirthschaft, in der wir abstie-gen, sah zwar gut aus, hatte aber gar keine Vorräthe, denndrei Diligencen und zwei Postkutschen hatten hier gehaltenund ägyptischen Heuschrecken ähnlich Alles verzehrt.

So sagte der Koch.

Indessen sah ich an dem Spiesse einen vortrefflichenSchafschlegel braten, auf den die Damen ihrer Gewohnheitgemäss sehr lüsterne Blicke warfen.

Ach! sie blickten umsonst! Der Schlegel gehörte dreiEngländern, die ihn mitgebracht hatten und ihn ohne Un-ruhe erwarteten, während sie eine Flasche Champagner ver-tilgten.

„Könnten Sie uns nicht," sagte ich mit halb ärgerlicher,halb bittender Miene, „einige Eier in der Bratensauce ver-rühren? Damit und mit einer Tasse Milchkaffee würdenwir uns begnügen." „0! sehr gern," antwortete der Koch,„nach Küchenrecht gehört die'Sauce uns und Sie sollen gleichbedient werden." In der That öffnete er sogleich vorsichtigdie Eier.

Als ich ihn so beschäftigt sah, ging ich ans Feuer, zogaus meiner Tasche mein Keisemesser und brachte dem ver-botenen Schlegel eine Dutzend tiefer Wunden bei, wodurchder Saft bis zum letzten Tropfen ausfliessen musste.

Nach dieser ersten Operation beobachtete ich aufmerksamdie Zubereitung der Eier, aus Furcht, dass uns nicht einigeSauce bei Seite gestellt würde. Als alles fertig war, trug ichselbst die Schüssel in das Zimmer, das man uns gegeben hatte.