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Physiologie des Geschmacks oder Physiologische Anleitung zum Studium der Tafelgenüsse
Entstehung
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'270 Feinschmeckern.

angenehmesZeugniss für das Bestreben ablegen, ihnen zugefallen.

Letzte Verbesserung.

137. Man hat aus dem Griechischen das Wort Gastro-nomie aufgeweckt; es klingt französischen Ohren angenehm,und obgleich man es kaum verstand, brauchte man es nurauszusprechen, um auf allen Gesichtern ein heiteres Lächelnhervorzuzaubern.

Man hat die Feinschmeckerei von der Gefrässigkeit undder Schlemmerei getrennt; man hat sie als eine Neigungbetrachtet, die man eingestehen darf, als eine geselligeEigenschaft, angenehm dem Gastgeber, verdienstlich demGaste, nützlich der Wissenschaft, und man hat die Fein-echmecker allen anderen Liebhabern gleichgestellt, welcheebenfalls eine bekannte Vorliebe haben.

Ein allgemeiner Geist der Geselligkeit hat sich in allenClassen der Gesellschaft verbreitet; die Zusammenkünftemehren sich, und jeder Wirth sucht seinen Gästen das Bestedarzubieten, was er in höhern Kreisen bemerkt hat.

In Folge des Vergnügens, das man an der Geselligkeitfindet, hat man die Zeit besser eingetheilt, und widmet denGeschäften den ganzen Tag bis zur sinkenden Nacht, wäh-rend man den Abend den Vergnügungen und dem Mahlezutheilt *).

*) In Deutschland und der Schweiz ist dies leider(!) noch nichtgeschehen, was in staats-ökonomischer Hinsicht sehr zu bekla-gen ist.

Ich bin fest überzeugt, dass der Verlust, den Deutschland jähr-lich durch seine unzweckmässige Stunde der Hauptmahlzeit umMittag erleidet, auf Millionen von Thalern sich berechnen lässt.

Wie jedes andere Thier will der Mensch nach Tische Ruhehaben. Zwingt er sich zu geistiger oder körperlicher Arbeit, sogeht diese schlecht von Statten.

Wer Abends seine Hauptmahlzeit hält, hat den ganzen Tag