Neue Einführungen.
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eine ehrenvolle Rolle. Vor Carl IX. schon bildeten sie einebedeutende Zunft, und dieser Fürst gab ihnen Statuten unddas Privileg der alleinigen Fabrikation des Brotes für dieMesse.
Die Holländer brachten gegen die Mitte des 17. Jahr-hunderts den Kaffee nach Europa*). Soliman Aga, diesermächtige Türke, in den unsere Urältermütter verliebt waren,gab ihnen die erste Tasse Kaffee im Jahre 1CG0. Ein Ame-rikaner verkaufte öffentlich Kaffee auf der Messe von St. Ger-main im Jahre 1670, und das erste Kaffeehaus, das etwa wiezu unserer Zeit mit Spiegeln und mit Marmortischen ge-ziert war, wurde in der Strasse St. Andre des Arts er-öffnet.
Nun kam auch der Zucker in Aufnahme**)undScarron,der sich beklagte, dass seine Schwester aus Geiz die Löcherseiner Zuckerdose habe kleiner machen lassen , beweist unswenigstens, dass damals solche Geräthe im Gebrauchwaren.
Der Gebrauch des Branntweins verbreitete sich eben-falls im 17. Jahrhundert. Die Destillation, die zuerst vonden Kreuzfahrern eingeführt worden war, war bis dahinein Geheimniss geblieben, das nur einige Eingeweihte kann-ten. Erst im Anfange der Herrschaft Ludwig's XIV. wurdendie Destillirkolben üblich, und erst unter Ludwig XV.
*) Die Holländer waren unter den europäischen Nationen dieersten, welche Kafleebäume aus Arabien holten, und sie nach Bata-via verpflanzten, von wo sie nach Europa kamen.
Herr von Reissout, Generallieutenant der Artillerie, liess einenStock von Amsterdam kommen und schenkte ihn dem Pflanzen-garten in Paris; das war der erste Strauch, den man in Paris zusehen bekam. Dieser Baum, den Jussien beschrieben hat, hatteim Jahre 1013 einen Zoll Durchmesser und fünf Fuss Höhe —die Frucht ist sehr hübsch, und gleicht einer Kirsche.
**) Was auch Lucrez gesagt haben mag, die Alten kannten denZucker nicht. Der Zucker ist ein Kunstproduct, und ohne Kry-stallisation würde das Zuckerrohr mir einen faden unbenutzbarenSaft liefern.