Druckschrift 
Physiologie des Geschmacks oder Physiologische Anleitung zum Studium der Tafelgenüsse
Entstehung
Seite
229
Einzelbild herunterladen
 

Verhalten.

229

Zum Mittagessen Suppe, Fleisch und Fisch nach Belie-ben, namentlich aber auch Mehl- und Beisspeisen, Macca-roni, süsse Torten, Creme u. s. w.

Zum Dessert: Bisquit von Savoyen, Rosinenkuchen undandere Gebäcke aus Stärkemehl, Eiern und Zucker.

Scheinbar eng umgrenzt, ist dennoch diese Diät grosserAbwechslung fähig. Das ganze Thierreich ist erlaubt, undwenn man Sorge trägt, die Art, Zubereitung und Würzeder verschiedenen Mehlspeisen durch alle möglichen bekann-ten Mittel zu heben, so wird man leicht den Widerwillenüberwinden, der jeder weiteren Verbesserung ein unüber-steigliches Hinderniss entgegensetzen würde.

Man trinkt vorzugsweise Bier oder Weine von Bordeauxund dem südlichen Frankreich.

Man enthält sich der Säuren, mit Ausnahme des Salates,der das Herz erfreut; man zuckert alle Früchte, die es zu-lassen, nimmt keine zu kalten Bäder, sucht von Zeit zu Zeitdie reine Landluft zu athmen, isst viel Trauben im Herbsteund ermüdet sich nicht durch Tanzen auf Bällen.

Man geht regelmässig um eilf Uhr zu Bette und niespäter als ein Uhr bei ganz ausserordentlichen Gelegenheiten.

Wenn man diese Diät regelmässig und muthig befolgt,so wird man bald der Missgunst der Natur abgeholfen haben,Gesundheit und Schönheit gewinnen in gleicher Weise. DieWollust wird von diesen Fortschritten Nutzen ziehen unddie Loblieder des Dankes angenehm in den Ohren des Pro-fessors wiedertönen.

Man mästet die Scbaafe, die Kälber, die Ochsen, dasGeflügel, die Karpfen, die Krebse und die Austern; ich ziehedaraus den allgemeinen Schluss: Alles, was isst, lässtsich mästen — vorausgesetzt, dass die Nahrungsmittel gutund gehörig ausgewählt sind.