203 Herr Lang.
gescharrten, die Anderen seufzen, dass sie nicht mehr thunkönnen; aber ich behaupte es für alle diejenigen, welcheum uns leben und bald Gastgeber, bald Gäste sind, die mitHöflichkeit einladen und mit Gefälligkeit annehmen, die,wenn sie kein Bedürfniss mehr haben, doch noch von einerSchüssel essen, weil sie verführerisch aussieht, und voneinem Weine trinken, weil er fremden Ursprunges ist. Ichbehaupte es, mögen sie nun täglich in einem Salon thronenoder nur den Sonntag oder zuweilen den Montag feiern.Die grosse Mehrheit dieser Leute essen und trinken allezuviel und ungeheure Massen von Nahrungsmitteln werdentäglich ohne Bedürfniss vertilgt.
Diese stets wirksame Ursache wirkt auf verschiedeneWeise je nach der Beschaffenheit der Individuen ; bei denen,welche einen schlechten Magen haben, bewirkt sie nichtsowohl Fettleibigkeit, als vielmehr Unverdaulichkeit.
Anekdote.
104. Wir hatten unter.den Augen ein Beispiel, dashalb Paris gekannt hat.
Herr Lang führte ein glänzendes Haus. Sein Tisch warausgezeichnet, aber sein Magen eben so schlecht, als seineFeinschmeckerei gross. Er machte ausgezeichnet die Hon-neurs und ass mit einem Muthe, würdig eines besseren Ge-schickes.
Alles ging vortrefflich bis nach dem Kaffee, dann wei-gerte aber der Magen die Arbeit, die ihm auferlegt war,die Schmerzen begannen, der unglückliche Gastronommusste sich auf ein Sopha legen und bis zum nächstenTage durch lange Leiden das kurze Vergnügen büssen, daser gekostet hatte.
Merkwürdigerweise hat er sich niemals gebessert, —so lange er lebte dauerte stets derselbe Wechselzustand fort,und die Leiden des vorgängigen Tages hatten nie irgendwelchen Einfluss auf die Mahlzeit des folgenden.
Die übermässige Nahrung wirkt ganz so wie im vorigen