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Physiologie des Geschmacks oder Physiologische Anleitung zum Studium der Tafelgenüsse
Entstehung
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Bier.

I

II

I

Blick auf ihre Zukunft in zehn Jahren, ich sehe die Ver-wüstungen, welche die Fettleibigkeit unter diesen so frischenReizen anrichten wird und ich seufze über Uebel, die nochnicht existiren. Dieses weissagende Mitleid ist ein traurigesGefühl und liefert einen Beweis mehr, dass der Mensch sehrunglücklich sein würde, wenn er in die Zukunft blicken könnte.

Der zweite Hauptgrund der Fettleibigkeit liegt in denMehlspeisen, aus denen der Mensch die Grundlage seinertäglichen Nahrung macht. Wie schon bemerkt werden alleThiere, welche von Mehlstoffen leben, fett, sie mögen nunwollen oder nicht; der Mensch unterliegt dem allgemeinenGesetze.

Das Stärkemehl wirkt noch schneller und sicherer, wennes mit Zucker verbunden wird. Zucker und Fett enthaltenWasserstoff, beide sind verbrennlich. Das Stärkemehl istmit dieser Beigabe um so wirksamer, als die Mischungwohlschmeckend ist und man süsse Speisen erst dann ver-zehrt, wenn der natürliche Appetit schon gestillt und nurnoch jener Luxusappetit vorhanden ist, den man mit allem,was die feinste Kunst und der verlockendste Wechsel erfin-den kann, reizen muss.

Das Stärkemehl mästet nicht weniger, wenn es durchFlüssigkeiten eingeführt wird, wie z. B. durch Bier undähnliche Getränke. Die biertrinkenden Völker haben auchdie wunderbarsten Bäuche *), und einige Pariser Familien,die im Jahre 1817 aus Sparsamkeit Bier tranken, weil derWein zu theuer war, trugen eine Körperfülle davon , mitwelcher sie jetzt nichts mehr anzufangen wissen.

Fortsetzung.

102. Eine doppelte Ursache zur Fettleibigkeit wirddurch die Verlängerung des Schlafes und den Mangel anLeibesübung erzeugt.

*) Was würde Brillat- Savarin jetzt sagen, v/o bairischesBier die Welt zu beherrschen anfängt und der bairische Bierbauchsogar in Italien Wurzel fasst? C. V