In Feindesland.
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Seither habe ich ihn häufig in Paris getroffen und da ermir sehr liebreich sein Bedauern bezeigte, mich nicht öftersan seinem Tische gesehen zu haben, verschwieg ich ihm dieUrsache nicht; wir lachten darüber, aber er gestand fast zu,dass ich Eecht haben könnte.
Wir lagen damals in Offenburg und man beklagte sichbeim Generalstabe, dass man weder Fische noch Wildpretzu sehen bekomme.
Diese Klage war begründet; denn es ist eine Kegel desöffentlichen Rechtes, dass die Sieger auf Kosten der Besieg.ten gut leben sollen! Deshalb schrieb ich auch desselbenTages dem Oberförster einen sehr höflichen Brief, um ihmdas Uebel zu melden und Abhülfe zu verlangen.
Der Förster war ein alter Eeitersmann, lang, hager undschwarz, der uns nicht ausstehen konnte und uns wahr-scheinlich deshalb nicht gut behandelte, damit wir in sei-nem Gebiete nicht Wurzel schlagen sollten. Seine Antwortwar deshalb negativ und voll Ausflüchte. Die Unterförsterseien aus Furcht vor unseren Soldaten ausgerissen; dieFischer widerspenstig; die Gewässer angeschwollen undausgetreten u. s. w. Ich antwortete ihm auf diese vortreff-lichen Gründe gar nicht, sondern schickte ihm sofort zehnGrenadiere, die er bis auf Weiteres logiren und gut verpfle-gen sollte.
Das Mittel wirkte wunderbar; den Tag darauf kamMorgens in aller Frühe ein reich beladener Karren; dieFörster waren ohne Zweifel wiedergekommen, die Fischerhatten sich gefügt, denn man brachte uns Wild und Fischegenug für eine ganze Woche: Rehe, Schnepfen, Karpfen,Hechte — es war ein wahrer Gottes-Segen.
Nach Empfang dieses Versöhnungsopfers befreite ichden unglücklichen Oberförster von seinen Gästen. Er be-suchte uns, ich brachte ihm Vernunft bei und während derganzen Zeit unseres Aufenthaltes im Lande hatten wir unsseiner guten Dienste zu loben.
Brillat-Savarin, Physiologie des Geschmacks.
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