164
Ende.
Ich widerredete nicht und treu den Pflichten der Gast-freundschaft zwei so liebenswürdigen Alten gegenüber, be-gleitete ich sie an ihren Wagen und sah sie abfahren.
Man fragt vielleicht, ob sich nicht etwas Langeweile fürAugenblicke in diese lange Sitzung einschlich.
Ich antworte : Nein! Die Aufmerksamkeit meiner Gästewurde durch die Zubereitung der Fondue, durch die Heisedurch meine Zimmer, durch einige Neuheiten beim Essen,durch den Thee und vollends durch den Punsch, den sieniemals gekostet hatten, gänzlich in Anspruch genommen.
Der Doctor kannte ausserdem ganz Paris nach Genealogieund Anekdoten; der Capitän hatte theils als Militär, theils alsGesandter am Hofe von Parma lange in Italien gelebt; ich selbsthabe viel gereist — wir plauderten ohne Ansprüche, horchtenmit Gefälligkeit. Es braucht nicht einmal so viel, um dieZeit schnell und angenehm vorübergehen zu lassen.
Am andern Morgen erhielt ich vom Doctor ein Brief-chen; er hatte die Aufmerksamkeit, mir zu melden, dass diekleine Liederlichkeit vom Tage vorher ihnen sehr wohlbekommen sei; nach einem vortrefflichen Schlafe hättensie sich frisch und wohlgemuth erhoben, und seien ganzaufgelegt, von Neuem anzufangen.
Fünfzehnte BetrachtungVon den Jagdmahlen.
77. Unter allen Lebensumständen, wo das Essen etwasgelten kann, ist gewiss einer der angenehmsten ein Mahl aufder Jagd und von allen Zwischenacten ist noch ein Jagdmahlderjenige, der am längsten ohne Langeweile dauern kann.