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Physiologie des Geschmacks oder Physiologische Anleitung zum Studium der Tafelgenüsse
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Thee und Punsch.

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Nach dem Essen schlug ich eine Partie Piket vov, dieausgeschlagen wurde; der Capitän meinte, sie zögen dasdolee far niente der Italiener vor; wir bildeten also einenkleinen Kreis um das Kamin.

Trotz des Zaubers des far niente habe ich doch immerder Ueberzeugung gelebt, dass eine kleine Beschäftigung,welche die Aufmerksamkeit nicht in Anspruch nimmt, dieUnterhaltung würzt — ich schlug also Thee vor.

Der Thee war eine Seltsamkeit für Franzosen von altemBlute; doch ward er angenommen. Ich machte ihn in ihrer(regenwart und sie tranken einige Tassen mit um so grösse-rem Vergnügen, als sie bisher ihn nur als Arznei betrachtethatten.

Eine lange Erfahrung hat mich belehrt, dass jede Ge-fälligkeit eine andere nach sich zieht und dass man dieKraft abzulehnen verliert, wenn man einmal auf diesemWege ist. Deshalb sprach ich in fasb befehlendem Tonevon einer Bowle Punsch, womit wir den Abend beschliessenwollten.

„Du willst uns ermorden," sagte der Doctor. „Duwillst uns betrunken machen," sagte der Capitän. Ich riefnur um so lauter nach Zitronen, Zucker und Rum.

Ich machte also den Punsch und unterdessen röstete mandünne Brotschnitte (Toast) mit frischer Butter und Salz darauf.

Diesmal gab's Empörung. Der Vetter versicherte, siehätten genug gegessen; sie wollten Nichts mehr anrühren;da ich aber die Anziehungskraft dieser so einfachen Zube-reitung kenne, antwortete ich, dass ich nur wünschte, esmöchte genug sein. In der That nahm der Capitän balddie letzte Schnitte und ich überraschte ihn, als er darnachschielte, ob noch welche da seien oder gefertigt würden, wasich augenblicklich befahl.

Unterdessen war die Zeit verstrichen und mehr als achtUhr herangekommen. „Jetzt müssen wir fort," sagten meineGäste; „wir müssen noch ein Blatt Salat mit unserer armenSchwester essen, die uns den ganzen Tag nicht gesehen hat."

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