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Physiologie des Geschmacks oder Physiologische Anleitung zum Studium der Tafelgenüsse
Entstehung
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Maclera zur Suppe.

Als wir in den Snlon zurückkamen, schlug es zwei Uhr.„Pest!" sagte der Doctor, „da schlägt es zwei und SchwesterJeanette erwartet uns zum Essen! "Wir müssen fort zu ihr.Ich verspüre zwar keine grosse Esslust, aber ich muss meineSuppe haben. Das ist eine alte Gewohnheit und wenn esmir begegnet, dass ich keine esse, sage ich mit Titus: Dieniperdidi! (Ich habe einen Tag verloren!)" „Lieber Doctor,"antwortete ich, „warum wollen Sie so weit gehen, um daszu finden, was Sie hier haben können? Ich schicke jemandzur Cousine, um ihr sagen zu lassen, dass Sie hier bleibenund mir das Vergnügen machen, ein Mittagessen einzuneh-men, für welches Sie nachsichtig sein werden, da es nichtdas Verdienst eines vorausbesorgten Unvorhergesehenenhaben kann."

Die beiden Brüder beriethen sich mit den Augen undstimmten dann förmlich zu. Ich schickte einen Commissionärnach der Vorstadt Saint-Germain; sagte ein Wort meinemKüchenmeister und in verhältnissmässig kurzer Zeit stellteer uns theilweise mit seinen, theilweise mit den Hülfsmittelneines benachbarten Speisewirthes ein kleines, aber wohl be-reitetes und appetitliches Mittagsessen vor.

Ich empfand eine grosse Genugthuung, als ich die Kalt-blütigkeit und Würdigkeit sah, mit welcher meine Freundesich setzten, an den Tisch rückten, ihre Servietten ausbrei-teten und sich zum Gefecht anschickten.

Ich überraschte sie doppelt, ohne nur daran zu denken;denn ich liess ihnen zur Suppe geriebenen Parmesankäseund ein Glas trockenen Madera geben. Diese beiden Neu-heiten waren gerade von dem Fürsten von Talleyrand ein-geführt worden, unserem ersten Diplomaten, dem wir so vielfeine und tiefe Witzworte verdanken und dem die öffentlicheAufmerksamkeit stets mit besonderem Interesse sowohl inseiner Macht als nach seinem Rücktritte folgte.

Das Diner ging sehr gut von Statten, sowohl in seinenHaupttheilen als in den Nebensachen, und meine Freundewaren ebenso gefällig als fröhlich.