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Physiologie des Geschmacks oder Physiologische Anleitung zum Studium der Tafelgenüsse
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Fondue.

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Sie lobten die Reize dieser Zubereitung und verlangtendas Recept, das ich ihnen auch gab und zwei Anekdotendazu erzählte, die der Leser vielleicht an einem andernOrte finden wird.

Nach der Fondue kamen die Früchte der Jahreszeit,Confituren, eine Tasse ächten Mokkas nach Dübelloy, dannzwei Arten Likör, ein starker zum Magenputzen, ein sanfterzum Schmeidigen.

Nach dem Frühstück schlug ich meinen Gästen vor, sicheinige Bewegung zumachen und zu diesem Zwecke meineZim-mer zu besichtigen, die zwar nicht sehr elegant, aber geräumigund bequem sind und in denen meine Freunde sich um soheimischer fanden, als die Decken und Vergoldungen ausden Zeiten Ludwig's des Fünfzehnten stammen.

Ich zeigte ihnen das Original in Thon von der Büstemeiner hübschen Cousine, der Mine. Recamier, von Chinard,und ihr Miniatur-Porträt von Augustin; sie waren darüberso entzückt, dass der Doctor mit seinen dicken Lippen dasPorträt küsste und der Capitän sich an der Büste eineFreiheit erlaubte, wofür ich ihm auf die Finger klopfte;denn wenn alle Bewunderer der Büste ebenso thäten, sowürde der so wollüstig gerundete Busen bald in demselbenZustande sein, wie die grosse Zehe des heiligen Petrus inRom, welche von den Pilgern kurz geküsst ist.

Dann zeigte ich ihnen einige Abgüsse der schönstenAntiken, einige werthvolle Malereien, meine Jagdgewehre,meine musikalischen Instrumente und einige schöne franzö-sische und fremde Werke.

Bei dieser vielwissenschaftlichen Reise wurde sogar meineKüche nicht vergessen. Ich zeigte ihnen meinen ökonomi-schen Kochofen, mein Bratöfchen, meinen Bratenwender mitUhrwerk, meinen Verdampfer. Sie untersuchten Alles mitkleinlicher Sorgfalt und verwunderten sich um so mehr, alsbei ihnen noch Alles so zuging, wie zu den Zeiten derRegentschaft.

Brillat-Savarin, Physiologie des Geschmacks.

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