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Physiologie des Geschmacks oder Physiologische Anleitung zum Studium der Tafelgenüsse
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Langlebigkeit.

sonst gleichen Bedingungen länger leben als Andere. Diesgeht mathematisch aus einer vortrefflichen Abhandlung hervor,welche Dr. Villermet neulich in der Akademie der Wissen-schaften las.

Er hat die verschiedenen Stände der Gesellschaft, inwelchen man gut lebt, mit denen verglichen, wo man sichschlecht nährt, und die ganze Stufenleiter durchlaufen. Erhat die verschiedenen Bezirke von Paris, in denen mehr oderweniger Wohlstand herrscht, mit einander verglichen (undbekanntlich herrscht in dieser Beziehung ein ungeheurerUnterschied, wie z. B. zwischen der Vorstadt St. Marceauund der Chaussee-d'Antin).

Endlich hat Dr. Villermet seine Untersuchungen auf dieverschiedenen Departements ausgedehnt, und die mehr oderweniger fruchtbaren in dieser Beziehung verglichen; überallhat er als allgemeinstes Resultat gefunden, dass die Sterb-lichkeit in demselben Maasse abnimmt, als die Mittel einerguten Ernährung zunehmen, und dass so diejenigen, welchedas Unglück trifft, sich schlecht nähren zu müssen, dochwenigstens sicher sind, schneller durch den Tod vom Elendbefreit zu werden.

Die Extreme dieser Progression sind, dass in dem be-günstigsten Lebensstande in einem Jahre nur ein Individuumauf 50 stirbt, während in den elendesten Ständen in dem-selben Zeiträume einer auf 4 stirbt.

Man darf deshalb nicht glauben, dass die, welche sichvortrefflich nähren, niemals krank würden; leider fallen sieauch zuweilen den Aerzten in die Hände, welche sie als„gute Patienten" zu bezeichnen pflegen; aber sie habenmehr Lebenskraft, alle Theile ihrer Organisation sind besserunterhalten, die Natur hat mehr Hülfsmittel und der Körperwidersteht weit besser der Zerstörung.

Diese physiologische Wahrheit wird auch durch dieGeschichte unterstützt, welche uns belehrt, dass alle Un-glücksfälle, wie Kriege, Belagerungen, Nothjahre, welche dieMittel der Ernährung vermindern, stets durch Erzeugung