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134- Herzog Decres.
Hoffnung. Sie wurde nicht zu Schanden; die Dame assnicht nur von Allem, was man ihr anbot, sondern Hess sichauch noch die entferntesten Schüsseln herbeibringen. Siekostete Alles und mein Xachbar wunderte sich, wie dieserkleine Magen so viele Dinge herbergen könne. So wurdemeine Diagnose bestätigt und der Wissenschaft ein neuerTriumph bereitet.
Zwei Jahre darauf traf ich dieselbe Dame wieder; siehatte sich vor acht Tagen verheirathet und ganz zu ihremVortheil entwickelt; sie Hess ein wenig Koketterie durch-schimmern und war um so bezaubernder, als sie alle Eeizezeigte, welche die Mode zu zeigen zulässt. Ihr Mann warzum Malen; er glich einem Bauchredner, der auf der einenSeite lachen, auf der anderen weinen kann; — er schiennämlich sehr zufrieden damit, dass man seine Frau bewun-derte; kam ihr aber ein Liebhaber des schönen Geschlechtsin die Nähe, so schauderte er sichtlich vor Eifersucht.Dieses Gefühl erhielt die Oberhand; er entführte seine Frauin ein entlegenes Departement und dort endete für mich ihreLebensgeschichte.
Ich machte eine ähnliche Beobachtung an dem HerzogDecres, der so lange Marineminister war.
Er war bekanntlich dick, kurz, braun, viereckig undlockig; hatte ein wenigstens rundes Gesicht, vorstehendesKinn, dicke Lippen und ein Maul wie ein Kiese; ich erklärteihn sogleich für einen Liebhaber guter Schüsseln und schönerFrauen.
Ich plauschte diese physiognomische Bemerkung höchstleise und zart in das Ohr einer hübschen Dame, die ich fürverschwiegen hielt. Leider täuschte ich mich — sie wareine Tochter Eva's — mein Geheimniss hätte sie erstickt.Die Excellenz wurde noch an demselben Abend von demwissenschaftlichen Horoskop unterrichtet, das ich aus ihrenZügen gestellt hatte.
Dies erfuhr ich des andern Tages durch einen liebens-würdigen Brief, den mir der Herzog schrieb und in dem er