Einfluss auf das Glück im Ehestände.
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Einfluss der Feinschmeckerei auf das Glück im
Ehestände.
60. Diese Neigung kann namentlich dann, wenn sievon beiden Seiten getheilt wird, den wesentlichsten Einflussauf das eheliche Glück üben.
Zwei feinschmeckende Ehegatten haben wenigstens einmalim Tage eine angenehme Gelegenheit zur Vereinigung; dennselbst diejenigen, welche in gesonderten Betten schlafen (undes gibt deren Viele), essen wenigstens an demselben Tische;sie haben einen Gegenstand der Unterhaltung, der stetswiederkehrt; sie sprechen nicht nur von dem, was sie essen,sondern auch von dem, was sie gegessen haben oder nochessen werden, sie unterhalten sich von dem, was sie bei An-deren gesehen haben, von den Modeschüsseln, den neuenErfindungen u. s. w., und alle diese innigen Gespräche ha-ben einen ausserordentlichen Eeiz.
Die Musik bietet gewiss ebenfalls für diejenigen, welche sielieben, einen grossen Genuss — allein man muss sich damitbeschäftigen — es ist eine Arbeit.
Ausserdem hat man zuweilen den Schnupfen, die Notenfehlen, die Instrumente sind verstimmt, man hat Kopfwehund muss feiern.
Dagegen ruft ein gleiches Bedürfniss die Gatten zuTische und dieselbe Neigung hält sie dort fest; sie bezeigensich gegenseitig jene kleinen Aufmerksamkeiten, welche dieLust, einander einen Dienst zu erzeigen, anzeigen, und dieArt und Weise, wie das Essen vorübergeht, trägt viel zumLebensglüeke bei.
Diese für Frankreich ziemlich neue Beobachtung ist demenglischen Moralisten Fielding nicht entgangen, und er hatsie erläutert, indem er in dem Eoman Pamela die Art malte,wie zwei Ehepaare ihren Tag beenden.
Hier ein Lord, der älteste Sohn, der alle Güter der Fa-milie besitzt.
Brillat-Savarin, Physiologie des Geschmacks. 9