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Physiologie des Geschmacks oder Physiologische Anleitung zum Studium der Tafelgenüsse
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Wirkung auf Geselligkeit.

Sie gibt den Augen mehr Glanz, der Haut mehr Frische,den Muskeln mehr Kraft, und da ohne Zweifel aus physio-logischen Gründen die Erschlaffung der Muskeln die Falten,jene schrecklichen Feinde der Schönheit, erzeugt, so darfman dreist behaupten, dass bei sonst gleichen Verhältnissendiejenigen, welche zu essen wissen, zehn Jahre jünger schei-nen, als diejenigen, welchen diese Wissenschaft fremd ist.

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Die Maler und Bildhauer kennen diese Wahrheit sehrwohl und sie bilden deshalb alle, welche der Enthaltsamkeitaus Wahl oder aus Pflicht fröhnen, wie die Geizigen und dieEinsiedler, stets mit der Blässe der Krankheit, der Magerkeit,des Elendes und den Falten der Hinfälligkeit.

Wirkung der Foinschm eckerei auf dieGeselligkeit.

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59. Die Feinsehmeckerei ist eines der stärksten gesell-schaftlichen Bande; sie breitet täglich jenen geselligen Geistaus, der die verschiedenen Stände vereinigt, sie mit einanderverschmilzt, die Unterhaltung belebt und die Ecken der ge-bräuchlichen Ungleichheit abschleift.

Die Feinschmeckern ist der Grund der Anstrengungen,welche jeder Gastgeber machen soll, um seine Gäste gut zuempfangen, sowie der Dankbarkeit der Gäste, welche bemer-ken, dass man sich wissenschaftlich mit ihnen beschäftigthat; ewiger Schimpf jenen rindviehmässigen Fressern, diemit strafwürdiger Gleichgültigkeit die ausgezeichnetstenBissen verschlingen und mit verdammenswerther Zerstreuungden klaren duftenden Nectar hinabstürzen!

Allgemeine Begeh Jedes Werk höherer Einsichtverdient unbedingtes Lob — überall, wo man die Neigungzu Gefallen fiudet, soll man rücksichtsvolles Lob spenden.