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Wirkung des Appetites.
unerhörte Genüsse zu kosten hofften, die sie dann zu ihremErstaunen hernach nicht fanden.
Die oberflächlichen Beobachter wussten nicht, was sie zudiesem steten Fressen ohne Hunger und ohne Ende sagensollten; aber die ächten Franzosen lachten und rieben sichdie Hände. „Sie haben angebissen," sagten sie, „und heuteAbend werden sie uns mehr Thaler zurückgegeben haben,als ihnen der Staatsschatz heute Morgen Franken auszahlte."
Jene Zeit war allen Lieferanten der Geschniacksgenüssogünstig. Very vollendete sein Vermögen; Achard legte denGrund zu dem soinigen; Beauvilliers wurde zum drittenMale reich und Madame Sullot, deren Laden im Palais royalkeine zwei Quadratklafter gross war, verkaufte täglich etwa12,000 Pastetchen*).
Diese Wirkung hält noch heute an. Aus allen LändernEuropas kommen die Fremden, um während des Friedensdie süssen Gewohnheiten aufzufrischen, die sie im Kriegeannahmen; sie müssen nach Paris kommen, und wenn siedort sind, müssen sie um jeden Preis fein speisen. Wennunsere Staatspapiere auf der Börse gesucht sind, so verdankenwir dies weniger den vortheilhaften Zinsen, die sie tragen,als dem. instinktmässigen Zutrauen, das man zu einem Volkehat, bei welchem die Feinschmecker sich wohl befinden**).
Federzeichnung einer hübschen Feinschmeckerin.
58. Die Feinschmeckerei steht den Frauen wohl an;sie ziemt der Zartheit ihrer Organe und ersetzt ihnen einige
*) Als die Alliirten in die Champagne einrückten, tranken siein den berühmten Kellern des Herrn Moet in Epernay G00,000Flaschen Wein aus.
Herr Moet hat sich über diesen ungeheuren Verlust getröstet.Der Wein hatte den Plünderern geschmeckt und seit jener Zeitverkaufte er mehr als das Doppelte nach dem Norden.
**) Die Berechnungen, auf welche dieser Abschnitt gegründet
ist, wurden mir von Hrn. M. B..... geliefert, einem Candidaten
der Gastronomie, der gute Zeugnisse hat, denn er ist Bankierund Musiker zugleich.