Waehteljagct 113
6e!bst Musiker bin, so bekämpfe ich dieses Vorurtheil, deinheutzutage weder Witz noch Wahrheit inne wohnt*).
Die Künstler, die unsere Salons besuchen, trinken mitebensoviel Bescheidenheit als Vorsicht; aber was sie aufder einen Seite verloren haben, gewannen sie auf deranderen; wenn sie keine Säufer mehr sind, so sind' sie Fein-schmecker bis zum dritten Himmel; ja man versichert, dassim Casino zur himmlischen Harmonie die Festfeier der hei-ligen Cäcilie zuweilen länger als vierundzwanzig Stundengedauert hat.
Beispiel.
51. Ein lebhafter Luftstrom, dem man sich aussetzt,vermehrt den Durst ausserordentlich — vielleicht wird diedarauf bezügliche Beobachtung, die ich mittheilen will, na-mentlich von den Jägern mit Vergnügen gelesen.
Bekanntlich halten sich die Wachteln gerne auf hohenBorgen auf, wo die Ernte später statt hat und ihre Jungenleichter aufkommen können.
Wenn man den Boggen erntet, streichen sie in die Gersteand den Hafer; und wenn diese geschnitten werden, ziehensie sich in die Berge zurück, wo die Reife noch nicht so weitvorgerückt ist.
Dann muss man die Wachteln jagen, denn nun findensich auf wenige Morgen Landes alle Wachteln zusammenge-drängt, die einen Monat vorher in einer ganzen Gemeindezerstreut waren. Dann, am Ende der Wachtelzeit, sind sieauch dick und fett.
Eines Tages fand ich mich mit einigen Freunden aufeinem Berge bei Nantua, in der Umgegend unter dem Namendes Kan d'Hotonne bekannt, und wir wollten unsere Jagd
*) „Der Mann ist ein Sänfer," sagte Krukenberg in Halle inder Klinik zu seinen Zuhörern. „Welches Gewerbe haben Sie?"„Musiker." „Ganz recht! Es sind besonders die Blasinstrumente,die zum Saufen disponiren. Welches Instrument?" „Violoncell."„Da haben Sie's, meine Herren, da haben Sie'sl" C. V.
Brillat-Savarin, Physiologie des Geschmacks. Q