Stiller Durst.
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Wir glauben, dass der Sitz des Durstes über das ganzeVerdauungssystern verbreitet ist. "Wenn man Durst hat,und in unserer Eigenschaft als Jäger haben wir oft darangelitten, so fühlt man deutlich, dass alle einsaugenden Theiledes Mundes, des Schlundes und des Magens gepackt und inAnspruch genommen sind, und wenn man zuweilen denDurst durch Anwendung der Flüssigkeit auf andere Organestillt, wie z. B. durch ein Bad, so geht die Flüssigkeit sogleichin den Kreislauf über, wird durch diesen schnell nach demSitze des Leidens gebracht und wirkt dort als Heilmittel.
Verschiedene Arten des Durstes.
Wenn man dieses Bedürfniss in seinem ganzen Umfangebetrachtet, so kann man drei Arten von Durst zählen, denstillen Durst, den künstlichen Durst und den brennendenDurst.
Der stille oder gewöhnliche Durst besteht in jenem un-merklichen Gleichgewichte, das sich zwischen der Aus-dünstung einerseits und der Nothwendigkeit, ihr zu begeg-nen, herstellt. Dieser Durst ladet uns ohne Schmerzgefühlein, beim Essen zu trinken und macht es uns möglich, injedem Augenblicke des Tages zu trinken. Dieser Durstbegleitet uns überall und bildet gewissermaassen einen Theilunsers Wesens.
Der künstliche Durst, welcher der Menschengattungeigenthümlich ist, kommt von jenem eingebornen Instinkt,der uns in den Getränken eine Kraft suchen lässt, welchedie Natur nicht hineingelegt hat und die nur durch dieGährung erzeugt wird. Dieser Durst bildet eher einenkünstlichen Genuss als ein natürliches Bedürfniss. Er wirdwahrhaft unauslöschlich, weil die Getränke, welche man zuseiner Befriedigung schluckt, ihn stets aufs Neue hervor-rufen. Dieser Durst, der eine Gewohnheit wird, bildet dieTrunkenbolde aller Länder und meistens begegnet es, dass