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Physiologie des Geschmacks oder Physiologische Anleitung zum Studium der Tafelgenüsse
Entstehung
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Fische. Austern.

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Hess, eine Grausamkeit, die der Kaiser Domitian höchlich,missbilligte, die er aber hätte bestrafen sollen.

Ein grosser Zwist hat sich über die Frage erhohen, obSeefische oder Süsswasserfische vorzüglicher seien.

Der Zwist wird wahrscheinlich niemals entschieden wer-den, nach dem spanischen Sprichworte: sobre los gustos,110 liai disputa. Jeder urtheilt nach seiner Weise. Dieseflüchtigen Eindrücke lassen sich durch keine bekanntenBuchstaben ausdrücken ; es gibt keinen Maassstab, nach wel-chem man abschätzen könnte, ob ein Schellfisch, eine Zungeoder ein Steinbutt vorzüglicher seien als eine Lachsforelle,ein Grashecht oder selbst eine Schleie von 6 bis 7 Pfund.

Man kommt darin überein, dass der Fisch nicht sonahrhaft ist als das Fleisch, theils weil er kein Osmazomenthält, theils auch weil er leichter ist und in demselbenVolumen weit weniger Stoff enthält. Die Muscheln undvorzugsweise die Austern enthalten sehr wenig Nahrungs-stoff, weshalb man auch viele essen kann, ohne dem unmit-telbar darauf folgenden Mahle zu schaden.

Man erinnert sich, dass früher jedes einigermaassen fest-liche Mahl mit Austern begonnen wurde und dass sich im-mer eine gewisse Anzahl von Gästen fand, welche erst auf-hörten, wenn sie ein Gross (12 Dutzend =144 Stück) ver-schluckt hatten. Ich war neugierig zu wissen, was wohldas Gewicht dieses Voressens sei und ich ermittelte, dass1 Dutzend Austern mit "Wasser vier Unzen Kaufmannsge-wicht wog; — das Gross wiegt also drei Pfund. Ganz ge-wiss wären dieselben Personen, die nach den Austern vor-trefflich zu Mittag speisten, vollkommen gesättigt gewesen,wenn sie dasselbe Gewicht Fleisch, und wäre es auch nurHühnerfleisch, genossen hätten.

Anekdote.

Im Jahre 1798 war ich als Commissair des Directoriumsin Versailles und gut befreundet mit einem Herrn