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Physiologie des Geschmacks oder Physiologische Anleitung zum Studium der Tafelgenüsse
Entstehung
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Fischwürzen der Alten.

Labert, Greffier am Gerichtshof des Departements. Er wargrosser Liebhaber von Austern und beklagte sich, niemalsgenug, oder wie er sagte, nach ganzer Herzenslust bekom-men zu haben.

Ich beschloss ihm diese Genugthuung zu gewähren undlud ihn zu diesem Zwecke auf den folgenden Tag zumEssen.

Er kam. Ich leistete ihm bis zum dritten Dutzend Ge-sellschaft, dann Hess ich ihn allein seines Weges gehen. Er kambis zu 32 Dutzend, was wohl eine Stunde dauerte, denndie Person, welche die Austern öffnete, war nicht sehr ge-schickt.

Unterdessen war ich in Unthätigkeit, was bei Tischewahrhaft schmerzlich ist. Ich that also meinem Gaste imAugenblicke, wo er am lebhaftesten im Zuge war, Einhalt.^Meiu Lieber," sagte ich zu ihm, „das Geschick will nicht, dassSie heute nach ganzer Herzenslust Austern essen. Speisenwir!" Wir speisten, und er betrug sich ganz so kräftig undso anständig, wie ein nüchterner Mann.

Muria. — Garum.

41. Die Alten zogen aus dem Fisch zwei Würzen vonrohem Geschmacke, Muria und Garum genannt.

Die erste war nur Salzlake vom Thunfisch oder, um michgenauer auszudrücken, die Flüssigkeit, welche aufgestreutes-Salz aus diesem Fische auszieht.

Das Garum war weit theurer und ist weit weniger be-kannt. Man glaubt, dass man es aus den eingesalzenenEingeweiden der Makrelen auspresste; aber in diesem Fallehätte es nicht so theuer sein können. Wahrscheinlich wares eine fremde Sauce und vielleicht nichts Anderes als deraas Indien kommende Soy, der bekanntlich zubereitet wird,indem man Fische mit Schwämmen gähren lässt.

Bekanntlich sind einzelne Völker durch ihre Lage fasteinzig auf Fischnahrung angewiesen, sie nähren damit selbst