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Physiologie des Geschmacks oder Physiologische Anleitung zum Studium der Tafelgenüsse
Entstehung
Seite
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Truthahn.

§. 4. Vorn Truthahn.

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35. Der welsche Hahn ist ohne Zweifel das schönsteGeschenk, welches die neue Welt der alten gemachthat.

Die, welche mehr wissen wollen als die Anderen, behaup-ten, dass die Römer den Truthahn kannten, dass man welchebeim Hochzeitsmahl Karl's des Grossen aufstellte und dassman deshalb den Jesuiten mit Unrecht die Ehre dieserschmackhaften Einführung zuschreibt.

Diesen Paradoxen kann man zwei Dinge entgegen-halten.

Erstens: den Namen indischer Hahn, denn man bezeich-nete früher Amerika auch mit dem Namen Westindien.

Zweitens: die Gestalt des Truthahns, die offenbar fremd-artig ist.

Ein Gelehrter könnte sich nicht täuschen.

Ungeachtet meiner Ueberzeugung habe ich dennochüber diesen Gegenstand weitläufige Untersuchungen ange-stellt, die ich den Lesern erlasse, deren Resultat aber fol-gendes ist.

1. Der Truthahn ist in Europa erst am Ende des sieb-zehnten Jahrhunderts aufgetreten.

2. Er wurde von den Jesuiten eingeführt, die ihn inMenge züchteten, namentlich in einer Meierei, die sie inder Nähe von Bourges besassen.

3. Von da aus verbreitete er sich nach und nach überganz Frankreich, weshalb man auch früher und jetzt nochan vielen Orten in der Volkssprache sagte, „einen Jesuitenverzehren," wenn man einen Truthahn essen will.

4. Amerika ist das einzige Land, wo man den Trut-hahn noch wild im Naturzustande trifft. Es giebt keine inAfrika.

5. In den Farmen des westlichen Amerikas, wo er sehrhäufig ist, kommt er von Eiern, die man gefunden hat undausbrüten lässt, oder von jungen Küchlein, die man im Walde

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