Nahrüngsstoffe. 47
verliert das Fett seine Geschmacklosigkeit und erhält einleichtes, sehr angenehmes Arom.
Das Blut Desteht aus eiweisshaltigem Serum, aus Faser-stoff und ein wenig Leim und Osmazom; es gerinnt inheissem Wasser und wird ein sehr nährender Stoff(Blutwurst).
Alle Grundstoffe, die wir eben betrachteten, sind demMenschen und den Thieren, von denen er sich nährt, ge-meinsam; man darf sich deshalb nicht wundern, dass diethierische Kost vorzugsweise stärkend und kräftigend ist,denn da die Theile, aus denen sie sich zusammensetzt, mitden unseren eine grosse Aehnlichkeit besitzen und schon ani-malisirt sind, so können wir sie um so leichter uns aneignen,sobald sie der Einwirkung unserer Verdauungsorgane un-terworfen werden.
Pflanzenreich.
29. Indessen gewährt auch das Pflanzenreich der Er-nährung mannigfache Hülfsquellen.
Im Allgemeinen nennt man im südlichen Frankreich und Ita-lien mit den eben bezeichneten Namen fast alle kleineren Vögelaus den Gattungen der Sänger, Pieper und Grasmücken, die sichim Herbste von Feigen und Weinbeeren mästen und mit feinenNetzen gefangen und am Spiesse gebraten eine Delicatcsse dersüdlichen Tafeln bilden.
Ganz speciell heisst aber so der Baumpieper, Pit-pit des buis-sons, auch Vinelte oder Pivote-Ortolum in der Provence genanntund der als grosser Bec-figiie auch von einer kleineren Art, demWiesenpieper (.Anthus pratensis , Fariouse des Provencalen) unter-schieden wird.
Brillat-Savarin meint unstreitig den Baumpieper, der im Herbsteim Jura ankommt und besonders in feuchten Nachsommern soungeheuer fett wird, dass er kaum noch fliegen kann und sich mitHänden greifen lässt. Er ist grünbraun auf dem Rücken, mitschwarzen Längsflecken mitten auf jeder Feder, gelblich mit brau-nen Flecken an den Seiten und ockergelb auf der Brust. Diesehr kurze Kralle der Hinterzehe unterscheidet ihn leicht von ver-wandten Arten, denen er im Geschmacke viel vorzuziehen ist.
C. V.