40 Der Pfarrer von Bregnier.
Vor vierzig Jahren besuchte ich einmal im Vorbeigehenden Pfarrer von Bregnier, einen hochgewachsenen Mann,dessen Appetit im Sprengel berühmt war.
Obgleich es kaum Mittag war, fand ich ihn doch beiTische. Die Suppe und das Rindfleisch waren schon abge-tragen, und nach diesen unerlässlichen Schüsseln hatte manihn einen Schafschlegel in Brühe, einen schönen Kapaun undeinen tüchtigen Salat aufgetragen.
Als er mich eintreten sah, wollte er ein Couvert fürmich auflegen lassen; ich schlug es ab und that wohl daran,denn ganz allein und ohne meine Hülfe wurde er leicht mitAllem fertig und Hess vom Schlegel nur das Bein, vom Ka-paun nur die Knochen und vom Salat nichts übrig.
Nun brachte man einen grossen weissen Käse, in dener eine "Winkelbresche von neunzig Grad\ Oeffnung brach;er begoss das Ganze mit einer Bouteille Wein und einerFlasche Wasser und dann erst ruhte er von der Arbeit.
Was mir besonderes Vergnügen machte, war, dass derwürdige Seelsorger während dieser ganzen Arbeit, die dreiViertelstunden dauerte, nicht im mindesten beschäftigtschien. Die grossen Bissen, die er in seinen weiten Mundwarf, hinderten ihn weder am Sprechen, noch am Lachen;und er beförderte Alles, was man ihm vorsetzte, mit ebensowenig Aufhebens, als hätte er drei Knochen verzehrt.
Der General Bisson, der täglich acht Flaschen Weinzum Frühstück trank, sah aus, als rühre er nichts an; erhatte nur ein grösseres Glas als die Anderen und leerte eshäufiger; aber es schien, als gebe er gar nicht Acht darauf,und während er so sechzehn Pfund Flüssigkeit hinter dieBinde goss, machte er schlechte Witze und gab Befehle, wiewenn er nur ein Schüppchen getrunken hätte.
Die zweite Thatsache erinnert mich an den tapfern Ge-neral Prosper Sibuet, meinen Landsmann, der langeZeit erster Adjutant des Generals Massena war und imJahre 1813 beim Uebergang über den Bober auf dem Feldeder Ehre blieb.
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