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Physiologie des Geschmacks oder Physiologische Anleitung zum Studium der Tafelgenüsse
Entstehung
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Einfluss des Hungers.

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Bei meinem Eintritte überraschte mich die Bestürzung,welche sich auf den Gesichtern der Anwesenden malte; manzischelte sich in die Ohren und guckte durch die Fenster inden Hof; einige Gesichter waren völlig erstarrt. Es mussteetwas Ausserordentliches begegnet sein.

Ich näherte mich demjenigen der Gäste, dem ich ammeisten zutraute, meine Neugierde befriedigen zu könnenund fragte ihn, was es denn Neues gäbe. „Ach Gott!" er-wiederte er mir im Tone tiefster Betriibniss, „der gnädigeHerr ist in den Staatsrath berufen worden; er fährteben ab; wer weiss wann er wiederkommt i"' ■ „Weiternichts?" antwortete ich mit sorgloser Miene, obgleich es miranders um's Herz war. In einer Viertelstunde ist das abgethan;man wird über irgend Etwas Auskunft nöthig gehabt haben jman weiss, dass heute hier ein officielles Diner ist; man hatkeinen Grund uns fasten zu lassen." So sprach ich; aberin der Tiefe meines Herzens war ich nicht ohne Unruhe undhätte mich gern von dannen gewünscht.

Die erste Stunde ging gut vorüber; man setzte ßich zuseinen Bekannten; man erschöpfte die gewöhnlichen Unter-haltungen und stellte zum Zeitvertreib hundert Vermuthun-gen über die Ursache auf, welche unsern lieben Wirth indie Tuilerien hatte rufen lassen.

In der zweiten Stunde zeigten sich einige Symptomevon Ungeduld; man betrachtete sich mit Unruhe und dreioder vier Gäste, die keine Plätze zum Sitzen gefunden hat-ten und nicht in bequemer Lage warten konnten, fingen an,laut zu murren.

In der dritten Stunde allgemeines Missvergnügen, allge-gemeine Klagen. „Wann kommt er?" sagte der Eine.„Was fällt ihm ein?" der Andere. — „Man kann den Toddavon haben," der Dritte. Allgemein warf man die Frageauf, doch ohne sie zu lösen: „Wollen wir gehen? Wollenwir bleiben?"

In der vierten Stunde wurden die Erscheinungen be-denklicher; man dehnte die Arme auf die Gefahr hin, dem

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