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Physiologie des Geschmacks oder Physiologische Anleitung zum Studium der Tafelgenüsse
Entstehung
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Object. 31

zum Handel — durch die Aufsuchung der Mittel, mög-lichst wohlfeil die Gegenstände ihres Verbrauchs zu kaufenund möglichst vortheilhaft das Verkäufliche zu veräussern;

zur Staatswirthschaft — durch die Einnahmequellen,welche sie dem Staat verschafft und durch die Tauschmittel,welche sie den Völkern in die Hand gibt.

Die Gastronomie beherrscht das ganze Leben, denn dieThränen des Neugeborenen verlangen die Brust seinerAmme und der Sterbende schlürft noch hoffnungsvoll denletzten Trank, den er, ach! nicht mehr verdauen soll.

Sie beschäftigt sich auch mit allen Ständen der Gesell-schaft, und wie sie die Feste der Könige bei ihren Versamm-lungen leitet, so hat sie auch die Zahl der Minuten berechnet,welche nöthig sind, ein Ei zu sieden.

Gegenstand der Gastronomie ist alles Essbare; ihr näch-ster Zweck die Erhaltung des Einzelwesens und ihre Mittelzur Ausführung sind der Ackerbau, der erzeugt, der Han-del, der tauscht, die Industrie, die vorbereitet, und die Er-fahrung, welche die Art und Weise erfindet, wie Alles zumbesten Nutzen verwendet werden kann.

Verschiedene Gegenstände, mit welchen die Fein-schmeckerei (Gastronomie) sich beschäftigt.

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19. Die Feinschmeckerei betrachtet den Geschmack inseinem Genüsse wie in seinem Schmerze, sie hat die stufen-weise Erregung entdeckt, deren er fähig ist, seine Thätig-keit geregelt und die Grenzen bestimmt, die der Mensch, dersich selbst achtet, niemals überschreiten soll.

Sie betrachtet auch die Wirkung der Nahrungsmittel aufden Geist des Menschen, auf seine Phantasie, seinen Witz,sein Urtheil, seinen Muth und seine Anschauungen, mag ernun wachen oder schlafen, handeln oder ruhen.

Die Feinschmeckerei bestimmt die Essfähigkeit jedes Nah-rungsstoffes, denn alle können nicht unter denselben Um-ständen genossen werden.