32 Gegenstände der Feinschmeckerei.
Man geniesst die einen bevor sie ihre vollständige Ent-wiokelung erreicht haben, wie die Kappern, die Spargeln,die Spanferkel, die Tauben und andere Thiere, die man imKindesalter verzehrt; andere im Augenblicke, wo sie ihregrösste Vollkommenheit erreicht haben, wie die Melonen,die meisten Früchte, das Schaf, den Ochsen und alle erwach-senen Thiere; andere im Augenblicke, wo ihre Zersetzungbeginnt, wie die Mispel, die Schnepfe und vor allen Dingenden Fasan; andere, nachdem ihnen die Kunst ihre schädli-chen Eigenschaften entzogen hat, wie die Kartoffel und denManioc.
Die Feinschmeckerei classificirt auch diese Substanzen nachihren verschiedenen Eigenschaften; sie gibt diejenigen an,welche gesellt werden können, diejenigen, welche nach demverschiedenen Grade ihrer Nahrhaftigkeit die Grundlageunserer Mahlzeiten oder nur eine Beigabe bilden müssen.Endlich lehrt sie diejenigen Substanzen kennen, welche ohnenöthig zu sein, doch eine angenehme Zerstreuung bietenund die Unterhaltung der Gäste begleiten müssen.
Ferner beschäftigt sie sich mit nicht geringerem In-teresse mit den Getränken, die uns je nach Zeit, Ort undKlima bestimmt sind; sie lehrt sie zubereiten, sie erhaltenund namentlich in so berechneter Reihenfolge anbieten, dassder Genuss stets zunimmt bis zu dem Höhenpunkte, wo dasVergnügen aufhört und der Missbrauch beginnt.
Die Feinschmeckerei berücksichtigt Menschen und Dinge,um alles Kennenswerthe von einem Lande zum andern zubringen, so dass ein kunstreich geordnetes Mahl gleichsamein Abriss der ganzen Welt ist, wo jedes Land in vorteil-haftester Weise repräsentirt wird.
Nutzen der gastronomischen Kenntnisse.
20. Die gastronomischen Kenntnisse sind allen Men-schen nöthig, insofern alle die Summe des Vergnügens, daaihnen bestimmt ist, zu vermehren streben; ihre Nützlichkeitnimmt zu im Verhältniss zum Range, den man in der Ge-