Vorrede des Verfassers.
XXIX
zur Zimmerdecke erhob und dann in Tropfen auf diePersonen und die Papiere niederfiel.
Mit unaussprechlichem Vergnügen sah ich die ge-lehrtesten Köpfe der Hauptstadt sich vor meinemIrrorator beugen, und mit unbändiger Freude bemerkteich, dass die am meisten Durchnässten die Glücklich-sten waren.
Wenn ich an die ernsthaften Betrachtungen denke,in welche der Umfang meines Gegenstandes mich zu-weilen hineinzieht, so fürchte ich, hier und da lang-weilig geworden zu sein, denn auch ich habe manchmalüber den Werken Anderer gegähnt.
Ich habe Alles gethan, was in meiner Macht stand,um solchem Vorwurfe zu entgehen; ich habe die Ge-genstände, die langweilig werden konnten, nur leichtberührt; ich habe Anekdoten erzählt, die ich meistselbst erlebte; ich habe eine Unzahl ausserordentlicherund seltsamer Fälle bei Seite gelassen, welche eine ge-sunde Kritik verwerfen musste; ich strebte, die Auf-merksamkeit zu wecken, indem ich gewisse Kenntnisse,welche die Gelehrten für sich allein in Anspruch zunehmen schienen, populär zu machen suchte. Wennnun trotz so vieler Anstrengungen die Leser meineWissenschaft schwer verdaulich finden sollten, so werdeich doch ruhig schlafen, fest überzeugt, dass die Mehr-heit in Anerkennung der guten Absicht mir Ablass er-theilen wird.
Man könnte mir vorwerfen, dass ich manchmalmeine Feder ein wenig gehen lasse, und bei meinen Er-zählungen geschwätzig werde. Ist's mein Fehler, wennich alt bin? Ist's mein Fehler, wenn ich bin wie Odys-seus, der„Mancher Völker Städte gesehen und Sitten gekannt hat?"