XXVIII
Vorrede des Verfassers.
ein wenig Sprachgelehrter sein. Aber alle diese Stu-dien hatte ich ohnedem schon gemacht, ehe ich nur imMindesten daran dachte, Schriftsteller werden zu wollen.Mich trieben eine löbliche Wissbegierde, die Furcht,hinter meiner Zeit zurückzubleiben, und der Wunsch,ohne Nachtheil mit Gelehrten mich unterhalten zu kön-nen, deren Gesellschaft ich immer liebte*).
Ich bin vor Allem Arzt aus Liebhaberei. Es ist beimir eine wahre Sucht, und ich zähle unter meine schön-sten Tage denjenigen, wo ich einst mit den Professorender Facultät durch ihre Thüre zur Disputation desDoctor Cloquet eintrat, und zu meinem unendlichenVergnügen ein lebhaftes Gemurmel der Neugierde indem Saale hörte, indem jeder Student seinen Nachbarfragte, wer doch der mächtige, fremde Protector seinmöge, der die Versammlung mit seiner Anwesenheitbeehrte.
Doch gibt es noch einen andern Tag, dessen Anden-ken mir, glaube ich, ebenso theuer ist, jener Tag, woich dem Verwaltungsrath der Ermuthigungsgescllschaftfür die nationale Industrie meinen Irrorator vorlegte,ein Instrument von meiner Erfindung, das nichts An-deres ist, als eine Druckpumpe, die zur Räucherungder Zimmer eingerichtet ist.
Ich hatte in der Tasche meine geladene Maschinemitgebracht, ich drehte den Hahn, dem pfeifend einwohlriechender Dampf entströmte, welcher sich bis
*) „Speisen Sie nächsten Donnerstag mit mir," sagte eines TagesHerr Greffulhe zu mir, „mit Gelehrten oder mit Literaten — Siehaben die Wahl." „Meine Wahl ist getroffen," antwortete ich, „wirspeisen zweimal." Das geschah denn auch, und das Mahl, das denLiteraten gegeben wurde, war unvergleichlich viel feiner und bes-ser. (Siehe die 12. Betrachtung.)
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