G espräch.
XVII
Gesprächzwischen dem Verfasser und seinem Freunde.
(Nach den ersten Bcgrüssuiigen.)
Der Freund: Meine Frau uud ich haben heute Morgenin unsrer Weisheit beschlossen, dass Sie sobald als möglichIhre „Betrachtungen" drucken lassen sollen.
Der Verfasser: Gott will, was die Frau will; das istder ganze Pariser Catechismus in sechs Worten. Aber ich ge-höre nicht zur Gemeinde, und ein Junggeselle wie ich.....
Der Freund: Lieber Gott! Die Junggesellen sind ebenso gut Sclaven, wie wir Andern, freilich oft zu unserm grossenNachtheil; aber das Cölibat kann Sie nicht retten, dennmeine Frau behauptet, sie habe das Recht, zu befehlen, weilSie bei ihr auf dem Lande die ersten Seiten geschriebenhaben.
Der Verfasser: LieberDoctor, Du kennst meine Ehrer-bietigkeit gegen die Frauen; Du hast mehr als einmal meineUnterwürfigkeit gegen ihre Befehle belobt, Du gehörst sogarzu denen, welche behaupten, ich würde ein vortrefflicher
Ehemann geworden sein ...... und doch lasse ich nicht
drucken ....
Der Freund: Warum nicht?
Der Verfasser: Weil mein Stand mich zu ernsten Stu-dien verpflichtet, und ich fürchten muss, dass Diejenigen,welche mein Buch nur dem Titel nach kennen, glaubenkönnten, ich beschäftige mich nur mit Alfanzereien.
Der Freund: Lächerliche Furcht! SechsunddreissigJahre öffentlichen Staatsdienstes zeugen für Ihren gutenRuf. Uebrigens glauben wir Beide, meine Frau und ich,dass alle Welt Ihr Buch wird lesen wollen.