Aphorismen.
XV
Aphorismen des Professors.
Um seinem Buche zur Einleitung und der Wis-senschaft zu ewiger Grundlage zu dienen.
1. Die Welt ist Nichts ohne das Leben und Alles, waslebt, nährt sich.
2. Die Thiere fressen, der Mensch isst; der gebildeteMensch allein isst mit Bewusstsein.
3. Das Schicksal der Nationen hängt von der Art ihrerErnährung ab.
4. Sage mir, was Du isst, und ich sage Dir, was Dubist.
5. Indem der Schöpfer dem Menschen die Verpflichtungauferlegt, zu essen, um zu leben, ladet er ihn durch denAppetit ein und belohnt ihn durch den Genuss.
6. Die Feinschmeckerei ist eine Aeusserung unserer Ur-theilsfähigkeit, wodurch wir den angenehm schmeckendenDingen vor denjenigen, welche diese Eigenschaft nicht be-sitzen, den Vorzug geben.
7. Das Vergnügen der Tafel gehört jedem Alter, allenStänden, allen Ländern und allen Tagen an; es verträgt sichmit allen anderen Vergnügungen und bleibt bis ans Ende,um uns über den Verlust der übrigen zu trösten.
8. Die Tafel ist der einzige Ort, wo man sich nichtwährend der ersten Stunde langweilt.
9. Die Entdeckung eines neuen Gerichtes ist für dasGlück der Menschheit wichtiger, als die Entdeckung einesneuen Gestirnes.
10. Die Fresser und Säufer wissen nicht, was essenund trinken heisst.
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