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Physiologie des Geschmacks oder Physiologische Anleitung zum Studium der Tafelgenüsse
Entstehung
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XIII
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Biographische Notiz.

XIII

Regierungscommissair beim Gerichte der Seine und Oise inVersailles.

Der Staatsstreich des 18. Brumaire beendete auch dieseStellung und berief ihn an den Cassationshof in Paris, dessenMitglied er durch die ganze napoleonische Zeit und dengrössten Theil der Restauration hindurch blieb.

Die politischen Umwälzungen, welche Frankreich erfuhr,gingen an seiner Stellung spurlos vorüber; sie hatten, wieeiner seiner Biographen bemerkt, niemals die Macht, seineVerdauung zu stören; man kannte ihn als unbestechlichenRichter, als pflichtgetreuen Arbeiter, als gebildeten Kennerder Rechtswissenschaft und Literatur, als angenehmen Ge-sellschafter und ergebenen Freund, und diese Eigenschaftengenügten, um ihm weder politische Glaubensbekenntnisse,noch thätige Mithandlung in der Politik abzuverlangen.

Am 21. Januar 1826 wurde in der Kirche von St. Denis,wie alljährlich am Hinrichtungstage Ludwig's XVI., ein feier-liches Todtenamt gehalten. Brillat-Savarin hatte bis dahinniemals demselben beigewohnt. Der Präsident des Cassa-tionshofes, Herr de Seze, fügte zu dem offiziellen Einladungs-schreiben die "Worte bei: „Ihre Anwesenheit, lieber College,wird uns um so angenehmer sein, als sie zum ersten Malestattfinden wird." Brillat-Savarin folgte ungern, erkältetesich stark, indem er schon unwohl stundenlang mit blossemKopfe in den feuchten Gewölben der Kirche ausharrenmusste, kam krank zurück, und starb, allgemein beklagt, am2. Februar an einer Lungenentzündung, die der einundsieb-zigjährige Greis nicht zu überstehen vermochte. DieselbeCeremonie kostete noch zwei anderen Mitgliedern des Cassa-tionshofes das Leben, dem Rath Robert de Vincent und demGeneral-Advocaten Marchangy, den Beranger's Lieder, wennauch nicht zu seinem Vortheile, unsterblich gemacht haben.

Brillat-Savarin war sehr gross, stark und knochig gebaut,so dass man ihn häufig den „Tambourmajor des Cassationsho-fes" nannte. Haltung und Kleidung waren niemals modischund die schweren Bundschuhe, der steife Hemdkragen, der