1300—1317.
255
besessen try tag vnd sechs wochen vff dem gute ze Haigingen, waz her Cünrat, desLangen sun , von Gundelfingen da hate, vnd ze Sunderbüch, waz er da hat, vnd vffden misern ze Erenfels vor der bürge vnd vff dem wasser, das dar vnder fiüsset,vnd was er da het, wann der vorgenat (sie) herr, abbt Eberhart von Zwifeltvn, dazfiirbrächt mit rechte, do ward im ertailt, daz er in satztin in gewer. Da ward imze schirmer geben Friderich der vogt vom Bussen über du vorgenanten gut. Undgeschach das da von, wann er in verbot in der schranne vor gericht vor dem vor-genanten lantrichter, herrn Swigger von Teggenhusen, in der graueschafft zeVeringen.Dirre brief ward gegeben ze Rudelingen, an dem donrsttage nach dem Überostentage, do man von gottes gebürt zalte drüzenhenhundert iaure.
Kopialbuch des Klosters Zwiefalten (Perg. 15. Jhdt.) fol. 24 t). Stuttgart. S.
1) 1301. Herr Hainrich von Gundeluingen bekennt, dass er von dem Gotteshause Zwiueltün 8 Vier-tel Haber, 2 Hühner und 1 Fastnachthulin aus Blochinges Leben zu Haigingen zu Vogtreclit hat, und dassnach seinem Tode das genannte Vogtrecht diesem Gotteshause ledig sein soll. Geschriben 1301. Das Siegeldes Ausstellers fehlt. Perg. Or. Donaueschingen. E.
2) 1306, Nov. 11. Zwiefalten. Cünrat von Gundelfingen wird von dem Abt Eberhart und demKonvent von Zwifeltün „durch liebin vnd durch früntschafft" zum Vogt genommen über deren Gut zu Hai-gingen, über das früher der von Wirtemberg Vogt war, und über das, dessen Vogt Hainrich, der alt, vonGundelfingen ist, für den Fall, dass es von diesem ledig wird oder Cünrat es selbst löst, und über das Gutzu Vainhusen „das geraitet ist ze vier hüben". Er soll zu Vogtrecht nehmen von jeder Hube nur 4 ViertelHaber Ehinger Mass und ein Fastnachthuhn. Sie haben auch das Gericht zu Sunderbüch und Vainhusenzu einem gemeinen Wesen zusammengezogen, bei dem der Abt oder sein von ihm ernannter Stellvertreterin Gegenwart des Vogts oder seines Boten zu Gericht sitzt, und von dessen Gefällen Abt und Vogt je dasHalbteil beziehen. Wollen sie über etwas nicht richten, so hat dies der Vogt oder sein Vertreter zu thun,ohne dafür mehr, als das Halbteil zu bekommen. Thut Cünrat auf der angegebenen Vogtei dem KlosterSchaden, so ist er bei Verlust der Vogtei zum Schadenersatz innerhalb eines Monats nach erfolgter Mahnungverpflichtet, ebenso, wenn sein „ingesinde" während seiner Abwesenheit es thäte, innerhalb eines Monatsnach seiner Rückkehr. So oft das Kloster den Schaden innerhalb eines Monats nicht anmeldet, verliert es dasKlagerecht um diesen Schaden. Cünrat und seine Erben dürfen die Vogtei nicht verkaufen noch verkümmern,Cünrat schwört, das Gotteshaus an Ehren und an Gut gegen jedermann zu schirmen, der Abt aber giebt„sin trüwe" an Eidesstatt, gegen denselben nimmer Krieg zu haben, es sei denn um redliche Sache. SeineErben und die Nachfolger des Abtes sollen diese Versprechen einander erneuern, wollen das die letzternnicht thun, obschon es seine Erben thun wollen, so haben diese die Vogtei nicht verloren, wollen die Erbenaber das vorgenannte Gelübde nicht thun, so fällt die Vogtei an das Gotteshaus zurück. Fällt aus irgendeinem Grunde die Vogtei von den Gundelfingern zurück, so treten beide Teile wieder in ihre Rechte, diesie vor diesem Vertrag hatten. Zeugen: Herr Bertholt von Eberharczwyler, Herr Burkhart von Erlbach,Herr Brune, sein Bruder, Schwigger von Blankenstain, Cünrat vnd Bertholt, die zwei Gebrüder von demStaine, Cünrat von Bach. Geschriben in dem vorbenempten closter ze Zwifeltün, 1306, an st. Martins tage.Das Original siegelte der Aussteller. Kopialbuch des Klosters Zwiefalten (Perg. 15. Jhdt.) fol. 24 b ). Stutt-gart. S.
3) 1317, Sept. 23. Abt Eberhart und der Konvent von Zwifeltün und Herr Cünrat, der Ritter vonGundelfingen, legen ihren Streit um die Güter zu Haigingen, Sunderbüch und Vainhusen also gütlich bei: essolle bei den alten Briefen bleiben. Schiedsleute waren Herr Burkhart von dem Stain, Ritter, Herr Hainrich
■1
«Hb
Hfl
ßBEBH
maSSa