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Prof. Ribbeck kam auf seinen Plan von 1906 zurück und schickte am 22. Juli 1916 andie Vorstandsmitglieder des Historischen Vereins nachstehendes Rundschreiben:„Ein alter Wunsch des Historischen Vereins ist es, den Katalog der Bibliothekgedruckt zu sehen. Wie bekannt, ist unsere Büchersammlung an die Stadtbiblio-thek übergegangen und ist dort inzwischen unter steter Mitwirkung des Vereins fort-gesetzt stark vermehrt worden. - Die Stadtbibliothek beabsichtigt nunmehr, einenKatalog ihrer geschichtlichen Abteilung bearbeiten zu lassen und im Druck heraus-zugeben, der auch die in Zeitschriften verstreuten Aufsätze umfassen würde unddadurch den Überblick über die vorhandenen Literatur außerordentlich erleichternwürde.
Ein solcher Katalo g würde voraussichtlich alles enthalten , was über die GeschichteEssens überhau pt g eschrieben ist. Er würde also ein aus g ezeichnetes Hilfsmittelfür alle weiteren Arbeiten auf dem Gebiete der Essener Geschichte sein und wirmüßten wünschen, ihn in den Händen unserer Mitglieder zu wissen.
Die Stadtbibliothek kann jedoch diese Arbeit nur ausführen lassen, wenn ihr dieMittel für einen freiwilligen, akademisch gebildeten Beamten für die Dauer von5 Monaten (im Betrage von 600 Mark) zur Verfügung gestellt werden. Ich beantragediese Summe, die dem Schriftstellerhonorar für ein Heft von 20 Bogen entspricht,zu bewilligen. Der Katalog könnte dann als 37. Heft der Beiträge verteilt werden."
Ergänzend zu diesen Ausführungen schrieb Carl Meyer, Bürgermeister von Stop-penberg: „Durch die Drucklegung des Bücherverzeichnisses des geschichtlichenTeiles der Stadtbibliothek würde eine sehr schätzenswerte Unterlage für ortsge-schichtliche Arbeiten geschaffen."
Mit diesem Vorschlage waren alle Vorstandsmitglieder einverstanden. Neben demNamen von Oberbürgermeister Holle finden wir die Namen von EssenerGeschichtsforschern, die auch heute noch jedem geläufig sind, der in der EssenerGeschichte tätig ist: Franz Arens, Wilhelm Baumann, Prof. Theodor Brockes, Land-gerichtspräsident Franz Büscher, Justizrat Salomon Heinemann, Bürgermeister CarlMeyer und Albert von Waldthausen. Mit Zufriedenheit und Anerkennung ist heutefestzustellen, daß der Historische Verein für Stadt und Stift Essen im Jahre 1916 inder Lage und bereit war, die Kosten für eine Literaturzusammenstellung zurGeschichte der Stadt Essen bis zum Jahre 1916 zu übernehmen und in einem Heftseiner Beiträge zu veröffentlichen. Die vorgesehene Zeit für die Fertigstellung dieserArbeit läßt freilich erkennen, daß es sich nur um das in der Stadtbibliothek bereitsvorhandene Schrifttum handeln konnte, und daß die Anzahl der Schriften nicht sehrgroß war. Diese bibliographischen Planungen der Jahre 1906 und 1916 sind nicht zurDurchführung gekommen, weil sich wahrscheinlich keiner gefunden hat, die müh-selige Arbeit einer Bibliographie durchzuführen, und weil die wirtschaftliche Lagenach dem ersten Weltkrieg und der anschließenden Jahre für eine solche Arbeitnicht besonders geeignet war Erst um das Jahr 1930 wurde ein handschriftlicherKatalog begonnen. Aber über das Schreiben der vorgesehenen Titel ist diese Arbeitnicht hinausgekommen.
Als der Verfasser dieser Ausführungen im Jahre 1930 in der Essener Stadtbibliothekseine Praktikantentätigkeit aufnahm, erklärte ihm der damalige Bibliotheksdirektor
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