„Wir halten dafür, ... daß derSystematisierung von Wissen dergleiche wissenschaftliche Ranggebührt, wie der originären Forschung.
D. Soergel
Die Essener Bibliographie für die Jahrevon 1572 bis 1968
Vorgeschichte - Werden - Wachsen - Abschluß
Die Jahreszahl 1572 bedeutet, daß in diesem Jahre die erste Druckschrift über Ge-schichte im Raum der Stadt Essen veröffentlicht und wahrscheinlich auch in Essengedruckt wurde. Es handelt sich um ein reiligiöses Streitgespräch zwischen zweievangelischen Pfarrern, das am 1. September 1571 vor dem Rat der Stadt Essenöffentlich ausgetragen wurde. Das Jahr 1968 bedeutet das Schlußjahr dieser Biblio-graphie, weil ihr Bibliograph in diesem Jahre in den Ruhestand trat, und weil von1969 an jährlich eine Auswahlbibliographie vorgesehen war
Die Essener Bibliographie für die Jahre von 1572 bis 1968 liegt in zwei Bänden vor,die in den Jahren 1980 und 1986 durch die Essener Stadtbibliothek herausgegebenwurden.
Es war ein weiter Weg vom ersten Gedanken einer bibliographischen Bearbeitungder Schriften über die Stadt Essen bis zum Beginn dieser vorliegenden Bibliogra-phie und bis zu ihrem Abschluß mit dem Jahre 1968. Weil der Historische Verein fürStadt und Stift Essen keine Räumlichkeiten besaß, um seine seit dem Gründungs-jahr 1880 immer weiter ausgebaute Bibliothek aufzustellen und seinen Mitgliedernzugänglich zu machen, kam man schließlich zu der Lösung, die Bibliothek des Ver-eins der Essener Stadtbibliothek zu übergeben.
Der Vorsitzende des Vereins, Prof. Dr Konrad Ribbeck, und Dr. Constantin Hilger, derleitende Bibliothekar der Stadtbibliothek, schlössen am 26. Juli 1906 einen Vertrag,der in 9 Paragraphen alle Verpflichtungen enthält, die sich aus der Übernahme die-ser fast 1600 Bände umfassenden Bibliothek für die Stadtbibliothek ergaben, undalle Rechte, die sich der Historische Verein vorbehielt.
Zur Vorgeschichte der „Essener Bibliographie" hat der Wortlaut des Paragraphen 8besondere Bedeutung. Er lautet: „Gelegentlich der Drucklegung des Katalogs derStadtbibliothek sind von der Abteilung .Geschichte und Hilfswissenschaften derGeschichte' Sonderdrucke herzustellen und dem Historischen Verein für jeden sei-ner Mitglieder kostenlos zu überlassen."
Nach der Übernahme durch die Stadtbibliothek ist im Laufe der nächsten zehnJahre nichts geschehen, was dem Sinne des Vertrages und den Vereinbarungenentsprochen hätte.
Im Sommer 1916 war es dann soweit, daß die Stadtbibliothek einen Katalog dergeschichtlichen Abteilung bearbeiten lassen wollte, aber es fehlte an Geld.
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