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Bibliothekarische Aufgaben zur Handschriftenerschliessung
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Bibliothekarische Aufgaben zur HaMschriftenerschließung

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muß solclie Erwerbung in der Notzeit besonders erwünscht sein;aber wichtiger noch ist es, daß der Handscbriftenbesitzerinüberhaupt bekannt wird, wo neue Literatur zu einzelnen Hand-schriften erschienen ist. In den meisten Fällen handelt es sichum Zeitschriften, die ohnedies gehalten werden. Es würde alsoim Notfall d. h., wenn die Überlassung eines Exemplares nichtmöglich ist genügen, daß der Verfasser wenigstens biblio-graphisch die Stelle mitteilt, an der er Handschriften besprochenoder benutzt hat; ein solcher Eventualparagraph dürfte unbe-denklich in die Benutzungsbestimmungen aufgenommen werden.Aber auch damit wäre freilich trotz der schönsten Unterschriftenauf dem Revers, trotz der raffiniertesten Kontrollmaßnahmender Bibliotheken eine Gewähr für die Meldung nicht gegeben.Sichere Erfassung der Literatur ist nur von einer bibliographi-schen Zentrale aus möglich, welche die Arbeit für alle beteiligtenBibliotheken ein für allemal gemeinsam erledigt und damit dereinzelnen Bibliothek ein wirksames Kontrollmittel in die Handgibt, das sie im Dienste der Handschriftenerschließung freudigstbegrüßen wird. Der Arbeitsaufwand ist gering im Vergleich zuder Doppelarbeit, die jetzt an vielen Bibliotheken getan werdenmuß, und der Erfolg ist weitaus größer und zuverlässiger, als esbei dem bisherigen System denkbar ist. Wie an so vielen Stellenzeigt sich auch hier wieder das Übergewicht der Bibliographieüber den Bibliothekskatalog 87 : es ist bedeutend wichtiger, daßdie an verschiedensten Stellen erschienene Literatur über eineHandschrift 88 wenigstens an einer Stelle verzeichnet wird, alsdaß der doch zum Scheitern verurteilte Versuch gemacht wird,die Literatur auch in re zusammenzustellen, d. h. zusammenaufzustellen ein Ding der Unmöglichkeit, selbst wenn derideale Fall gegeben wäre, daß die Bibliothek tatsächlich inBesitz der gesamten einschlägigen Literatur gesetzt würde.Diese bibliographische Zusammenstellung, die zudem den Vorteilhat, leichter verbreitbar zu sein als eine nur katalogmäßige Zu-sammenstellung, ist nötig ohne Rücksicht auf die bisherige Ka-

87 Bibliographische Aufgaben werden in Zukunft in immer größerem Ausmaßden großen Bibliotheken zufallen.

88 Den "Wert einer Sammlung der in alten Keiseberichten und an anderen Stellenzerstreuten Nachrichten über einzelne Handschriften deutet W. Weinberger: Stu-dien zur Handschriftenkunde, Programm Iglau 1901, S. 13 an.

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