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Einführung in die Einbandkunde
Entstehung
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biätter wurden Teile einer Willehalm-Handschrift in Vintschgau anden Deckeln eines Grundbuches von 15 60 gefunden. Solche Beispielemachen es erklärlich, daß dieser Zweig der Einbandforschung aufvielseitiges Verständnis stößt, ja daß schon im 17. Jahrhundert einBenediktiner die Verwendung von Handschriftenmakulatur für Ein-bände tadelnswert findet.

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Diese Bedeutung der Einbandforschung als Hilfswissenschaft kannihren eigentlichen Zweck, Erforschung der Geschichte des Einban-des und der Gesetze seiner Schönheit, nicht verdrängen. Die Ein-bandgeschichte ist ein selbständiges Stück Kunst- und Kulturgeschichte,ihre Erforschung aufschlußreich für einen wichtigen Bezirk des kul-turellen Lebens seit dem Auftreten des Buches. Der Sammlung deserhaltenen Materials muß deshalb die Auswertung folgen, indem diehistorischen und künstlerischen Beziehungen wieder gefunden wer-den, welche das Werden der schönen Einbände bestimmt haben. DieForschung hat die Aufgabe, kritisch zu sichten, was als originale,entwicklungsfördernde Arbeit zu würdigen ist, was unselbständig undwert, vergessen zu werden; sie soll die treibenden Kräfte handwerk-licher und künstlerischer Natur aufdecken, die Persönlichkeiten wür-digen, denen der kunstvolle Bucheinband seine Erfolge verdankt,soll die Anregungen und Wirkungen, welche die Einzelerscheinungenverknüpfen, erklären, soll die Beziehungen zu den Zeitströmungenim Kunstgewerbe und Geistesleben beobachten, dem Wandel derGesetze nachgehen, denen der schöne Einband tatsächlich oder inder Anschauung seiner Hersteller unterworfen war, soll all dies inobjektiver Darstellung des Gewesenen und Gewordenen und in kri-tischer Würdigung des Entstehenden. Ein großer Teil der bisherigenForschung hat sich, in der allerdings richtigen Annahme, daß dieHerausstellung historischer Tatsachen allen weiteren Untersuchungenzur Grundlage dienen muß, damit begnügt, äußeren Einzelheiten ausder Einbandgeschichte nachzugehen, Lebensdaten und Stempelvor-rat einzelner Buchbinder zu ermitteln, ihre Auftraggeber und ihreLehrmeister wieder festzustellen u. dgl. Solche Forschungen sindstets nötig, aber der heutigen Einbandforschung dienen sie nur alsHilfsmittel, zu den verborgenen Kräften durchzudringen, welche dieEntwicklung der künstlerischen Einbandgestaltung bestimmt haben,

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