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Einführung in die Einbandkunde
Entstehung
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örtliche Herkunft von Handschriften bestimmen helfen kann; derBibliographie, indem sie fraglichen Datierungen und LokalisierungenAnhaltspunkte gibt; der Bibliotheksgeschichte durch Wiedererstellenlängst zerstreuter Bibliotheken, die durch keinerlei archivalischeNachweise festgehalten sind; damit aber auch der Bibliophilie undihrer Geschichte und durch die Geschichte der Privatbüchersamm-lungen der Biographie einzelner Persönlichkeiten. Daß auch volks-wirtschaftliche Forschungen durch die mit der Einbandgeschichteverbundenen Aufschlüsse über das Buchbinderhandwerk Förderungerfahren, hat kein geringerer als Karl Bücher durch seine eigenen Ar-beiten auf diesem Gebiet bewiesen.

Den Hinweisen, die sich vermehren ließen, muß wenigstens noch dieErwähnung derMakulaturforschung", von der auch Haebler in sei-nemHandbuch der Inkunabelkunde" (Leipzig 1925) spricht, ange-fügt werden, als eines Zweiges der Einbandforschung, der ausgespro-chenermaßen anderen Wissenschaften dient. Bei der Untersuchungder Einbände stellt sich oft heraus, daß für die Vorsätze, aber auch beimZusammenkleben von Deckeln aus Einzelblättern, sowie beim Hinter-kleben des Rückens und für den Bogenrücken verstärkende Falze,seinerzeit unbrauchbar gewordene Pergament- und Papierstücke ver-wendet wurden, deren Texte uns heute von großer Bedeutung ge-worden sind. Es handelt sich hier nicht so sehr darum, ob diese Textebeweisen, daß ihr Drucker auch der Buchbinder war (wie z. B. fürJoh. Wiener in Augsburg wahrscheinlich ist), oder daß aus der Ein-bandmakulatur archivalische Daten über Buchbinder (so für Krugund Wirsing in Hofer Handschriften) an den Tag kommen, sondernum die Texte und Blätter, durch die die bisherige Überlieferung be-reichert wird und wofür nur einige Besipeile aus den Funden derletzten Zeit genannt seien. So kamen aus Kaspar Anglers Einbänden82 Blätter eines gereimten Passionais zum Vorschein, von dem nur1 Blatt vorher bekannt war. Hermann Degering fand im Einbandeiner Berliner Handschrift erneut Bruchstücke von Liedern Walthersvon der Vogelweide. Ein Passauer Einband lieferte 4 seltene Gra-phika aus früher Zeit aus. Ein Blatt der Kölner Bibel (um 1480)mit Zurichtung für die Lübecker Bibel fand sich in einem Einband derLübecker Stadtbibliothek. In Stuttgarter Einbänden fand O. Leuzeviele seltene Frühdrucke, dabei 19 Unica und 10 Rara. Als Vorsatz-

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