beruhenden Beschreibungen sind aber die ebenfalls geforderten Lite-raturhinweise vollständig zu halten, da es nicht möglich ist, an allenStellen die gesamte Fachliteratur daraufhin zu verfolgen; eine biblio-graphische Zentralstelle für solche Zwecke könnte diese Arbeit weit-aus rationeller und sicherer durchführen. Da die Ordnung nach Zeitund Herkunft des Einbandes erfolgen soll, ist es ratsam, wichtigereEinzelheiten, wie Buchbindernamen, frühere Besitzer, Motive derEinzelstempel und Platten, Supralibros, besondere Materiahen für denEinband u. ä. in kurzen Indices zu verzeichnen. Auch der Titel desim Einband enthaltenen Buches gehört zur Einbandbeschreibung,da er auch für die historische Beurteilung von Wert sein kann; derÄsthetiker des Einbandes sucht eventuelle Beziehungen des Schmuckeszum Buchinhalt; der Einbandhistoriker erschließt aus dem Erschei-nungsjahr den frühesten möglichen Bindetermin (freilich kommen auchspätere Einfügungen in vorhandene Decken — Remboitage — vor,aber sie sind bei genauerer Prüfung an der Bindetechnik als eine ArtFälschung zu erkennen) und sucht an dem Erscheinungsort in Not-fällen einen wenn auch vagen Anhaltspunkt für die lokale Zuweisungdes Einbandes. Die Unsicherheit dieser Zuweisungsart, die sich beidem Mangel an anderen ganz sichern Kriterien, oft nicht umgehenlassen kann, muß dabei natürlich stets bewußt bleiben; denn wenn esauch wahrscheinlich ist, daß ein Buch in dem Land gebunden wird,in dem es erscheint, so muß doch auch immer die Internationalitätdes Buches schon in frühesten Zeiten (und bei Handschriften ist diesbesonders deutlich) bedacht werden und damit auch der Brauch, Bü-cher erst da zu binden, wo sie gebraucht, nicht da, wo sie gekauftwerden! Überaus lehrreich sind hier z. B. die Aldinen, die in Deutsch-land mindestens ebensooft in deutschen zeitgenössischen Einbändenwie in italienischen vorkommen.
Die Heranziehung des Erscheinungsortes zur lokalen Bestimmung desEinbandes ist nur bei Stücken nötig, die nicht durch ganz ausgespro-chene Merkmale, wie Buchbindermarke, festgestellte Stempel, Wap-pen oder ähnliches schon bestimmt sind; in solchen Fällen kann derErscheinungsort zur Bestätigung der Bestimmung oder andernfallsder Ansicht dienen, daß eine Übereinstimmung zwischen Druck- undBindeort nicht nötig ist. E. Ph. Goldschmidt betrachtet dies für dieZeit um 1500 sogar als die Regel; sein Hinweis, wie selten Bücher in
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