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Einführung in die Einbandkunde
Entstehung
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Stift zu empfehlen; er gestattet breite Strichführung, muß etwas schiefgespitzt sein. Für verschieden weiche Leder muß die günstigste Härtedes Stiftes ausprobiert werden. Das Papier ist fest auf den Einband zupressen, eventuell festzuklemmen; der Stift wird in leichten, großenQuerstreifen, Strich um Strich über die gewünschte Stelle geführt;der Druck kann gesteigert werden, wenn dadurch eine schärfere Kon-turierung entsteht; ganz feine Stellen sind mit steilgestelltem Stiftund starkem Druck herauszuholen; dabei kann kreisförmig gestrichenwerden. Für die großen Flächen ist zu beachten, daß alle Abreibungenin 2 verschiedenen Richtungen gemacht werden müssen, da sonstfalsche Schatten entstehen und einzelne Stellen überhaupt unsichtbarbleiben. Zweckmäßig macht man von dem ganzen Deckel (oder einemTeil, der sich symmetrisch wiederholt) und dann von den einzelnenStempeln getrennte Abreibungen; der Band, auf dem die Stempel an-gewandt sind, ist auf jedem Zettel anzugeben. Die fertigen Abrei-bungen müssen fixiert werden, ehe man sie in Mappen legt oder auf-zieht.

Dieses Verfahren ist für jede Stempelvergleichung das einfachste undsicherste; es ist genauer als jede Beschreibung, gibt garantiert dieOriginalgröße, kann jederzeit ohne Vorbereitungen angewendet wer-den. Es ist für die Durchführung von Forschungen die Hauptgrund-lage, freilich nicht das einzige Hilfsmittel, da ja auch die Stempelver-gleichung nicht die ausschließliche Methode des Einbandforschersist. Der Wunsch nach Reproduktion und nach einer bildhaften Fest-legung des Einbandes läßt oft von Anfang an zur Photographie greifen;für die großen Einbände mit wenig Schmuck, für die Darstellung derGesamtwirkung eines Golddruckbandes genügt freilich die Abrei-bung nicht. Auch beim Photographieren sind technische Einzelheitenzu beachten. Man findet nämlich oft, daß die plastische Wirkung sol-cher Abbildungen dem Original gerade entgegengesetzt ist, d. h. daßvertiefte Stellen erhöht erscheinen und umgekehrt. Schuld daran istfalscher Lichteinfall: bei den Aufnahmen muß das Licht von der Seiteauf den Einband fallen, von der es auch dem Betrachter auf das Buchfällt, also von links. Man kann sich, wo Fehler vorgekommen sind,damit helfen, daß man das Buch umdreht oder sich anders zum Lichtwendet.

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