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Einführung in die Einbandkunde
Entstehung
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konnte, gehört zu dieser Richtung. Die heutige Generation der gro-ßen Einbandsammler stellt gleichzeitig Einbandforscher; auch dasSammeln von Einbänden trennt sich in Spezialgebiete. Für Eng-land und den Renaissance-Einband ist da neben Ernst Phil. Gold-schmidt A. Ehrmann in London zu nennen, für eine etwas späterePeriode Sir Philipp Sassoon, als Badier-Forscher E. W. Moss inSonning-on-Thames. In Deutschland hat für die ältere Zeit ErnstKyriss in Stuttgart eine wissenschaftlich aufgebaute Sammlung, fürs18. Jahrhundert Hans Fürstenberg in Berlin ausgesuchte Stücke. InItalien ist die Sammlung Weil Weiss in Zinasco Nuovo bei Pavia vorkurzem bekanntgemacht worden.

Von den Werten, die in solchen Privatsammlungen stecken und dievielen Sammlungen größeren Ruf verschaffen könnten als mancheröffentlichen Bibliothek, wenn nur ihre Lebensdauer nicht so be-schränkt wäre, gibt die Versteigerung der Rahirschen Einbandsamm-lung, die freilich auch alles bisher Dagewesene übertraf, einen Begriff.Die erste dieser Auktionen zerstreute 250 kostbare Einbände inalle Welt und brachte einen Erlös von über 12 Millionen Franken(ca. 2 Millionen Mark). DieHypnerotomachia" mit dem WappenKarls V., zwei Seltenheiten in einem Stück, brachte 46000 Mark; umden gleichen Preis fand ein Mosaik-Einband von Lemonnier zuDaphnis et Chloe einen Käufer; ein Einband für Katharina von Me-dici stieg auf über 50000 und einer für Heinrich IL blieb nur wenig da-hinter zurück. Das Sensationsstück der Auktion, Dürers Apokalypse,Große Passion und Marienleben in einem zeitgenössischen Einband,wofür 73000 Mark angelegt werden mußten, ist inzwischen in dasBritische Museum gekommen. Aber Stücke, die solche Preise erzie-len, kommen nicht oft vor. Vor allem für moderne Kunsteinbändewird sehr wenig geboten; selbst bei ersten Namen halten sich dieAuktionsergebnisse meist weit unter dem Neupreis; dabei muß essich um sehr gut erhaltene Exemplare handeln.

Der in einer Sammlung aufgestellte Einband erfordert schon seinesWertes wegen besondere Pflege. In öffentlichen Bibliotheken werdendeshalb diese Sammlungsstücke aus dem allgemeinen Magazin ge-nommen und gesondert aufgestellt. Nur bei sehr lockerer Aufstellungdürfen die Bände Deckel an Deckel stehen, soweit die Deckel glatt

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