gestattet mit Prachteinbänden aus allen Ländern. Nennenswert ist da-neben in Leipzig die Einbandsammlung der Stadtbibliothek; sie istvollständig verzeichnet und bietet somit der Forschung sichere Aus-gangspunkte. Wie weit im übrigen das deutsche Einbandmaterialöffentlichen Besitzes in Bibliotheken und Museen zerstreut ist, lehrtschon ein kurzer Blick auf die Provenienzangaben in Loubiers „Buch-einband". Eine Übersicht über all diese Sammlungen ist angekündigt,hat aber bisher noch nicht erscheinen können.
Zu diesen öffentlichen Sammlungen treten in allen Ländern die Privat-sammlungen der Liebhaber, die oft von beträchtlichem Umfang sind.Eine Geschichte der Bibliophilie wäre auch eine Geschichte der pri-vaten Einbandsammlungen, an deren Anfang nach unseren heutigenKenntnissen John Bagford (1650—1726) zu stellen wäre. Aber dieBibliophilen, deren Bibüotheksstücke wir heute bewundern, derenWappen uns die für sie hergestellten Einbände verrät, haben dieseEinbände nicht als Einbände gesammelt, sondern als das angemesseneKleid für ihre Sammelobjekte, die Bücher. Erst in den späteren Samm-lungen werden sie zum historischen Sammelstück; so wenn die Hol-ford-Bibliothek, die noch zum guten Teil am Markt ist, uns vielede Thou-Einbände überliefert hat; wenn wir an den Einbänden,deren Querbalken im Wappen uns den Grafen Hoym, einen der be-kanntesten Bibliophilen des 18. Jahrhunderts, verrät, die Arbeit einesPadeloup, Du Seuil, Boyet bewundern. Das bewußte Sammeln vonhistorischen Einbänden hat in einem Kunstbuchbinder, Bozexian demÄlteren, einen seiner frühesten Vertreter. Diese historische Sammel-neigung der französischen Kunstbuchbinder hat sich bis auf Leon Gruelerhalten. Frankreich blieb das bevorzugte Land der Einbandsamm-lungen im 19. Jahrhundert; bei ihrer Auflösung gingen sie — z. B.die Büchereien von Mme Jules Porges, von Robert Schuhmann —überwiegend nach Amerika, wo die Morgan-Bibliothek viel aufnahm,aber auch andere Sammler, wie Gerard B. van Deene, rührig sind. Zuden repräsentativen Sammlungen, die zu Anfang dieses Jahrhundertsbestanden, gehören die Bibliotheken Eugene von Wassermann(1921 in Brüssel versteigert), Sir David Salomon, Robert von Hirsch;auch Edouard Rahir, der wohlgeschulte Antiquar, der mehrere aus-gesuchte Sammlungen (so die von Lord Carnarvon) an sich bringen
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