Druckschrift 
Einführung in die Einbandkunde
Entstehung
Seite
223
Einzelbild herunterladen
 

mm

Ü

..'.'.'. 5 ,' '' : "

schon mit seiner Dresdner HabilitationsschriftZur Geschichte desBucheinbandes mit Berücksichtigung seiner Entwicklung in Sach-sen", Dresden 1877, einen mutigen Vorstoß 2ur wissenschaftlichenAufhellung der Einbandgeschichte unternommen hatte, war es dochnoch bis in die 90 er Jahre ziemlich still geblieben, und erst PaulSchwenkes Forderung zur methodischen Erforschung der Einbändedes 15. und 16. Jahrhunderts (inSammlungbibliothekswissenschaft-licher Arbeiten" 11 [1898] S. ii7ff.) brachte die Forschung recht inFluß. Und Schwenke war es auch, der mit musterhaften Untersuchun-gen auf diesem Gebiet voranging und einer jüngeren Generation, dieihm begeistert folgte, den Weg ebnete. Durch Schwenkes Arbeitenkommt es, daß z. B. der spätmittelalterliche Erfurter Einband so aus-giebig erforscht ist; und für den Königsberger Einband sind seineVorarbeiten kaum wegzudenken. Nicht damit allein wirkt Schwenkeweit über seine Lebenszeit hinaus auf dem Gebiet der Einbandkunde:Unermüdlich sammelnd und abreibend hat er in langen Jahrzehnteneine etwa 10 000 Zettel zählende Sammlung von Stempeln und Ein-bänden des Mittelalters zusammengebracht, selbst das Material an-häufend, auf dem eine in seinem Sinne aufgebaute, wissenschaftlicheEinbandgeschichte beruhen muß. Dieses wertvolle Material ist inBesitz der Preußischen Staatsbibliothek übergegangen und wird sonoch vielen Einzelforschungen unentbehrliche Grundlage werden.Die Ordnung der Stempelabreibungen nach Motiven der Darstel-lungen bringt das in die verschiedensten Bibliotheken zerstreute Ma-terial zusammen, bietet der Kunstwissenschaft eine Fülle ikonogra-phischen Stoffes; von einer systematischen Sichtung und Durch-arbeitung haben also auch die Nachbarwissenschaften starke För-derung zu erhoffen.

Außer Schwenke waren es Hans Loubier und Theodor Gottlieb, dieder jungen Wissenschaft die ersten Lorbeeren errungen und fürdie jüngere Generation Richtlinien und Vorbilder geschaffen haben.Was Hans Loubier für die Geschichte des Einbandes geleistet hat,konnte schon erwähnt werden; von ihm haben wir aber auch die wich-tigen AnregungenMethodische Erforschung des Bucheinbandes"(Beiträge zum Bibliotheks- u. Buchwesen, Schwenke gewidmet",Berlin 1913, S. 175 fr".), Anregungen, die nicht nur in der Theorie diedringendsten Aufgaben und die eigentlichen Ziele dieses Forschungs-

223

m

tm